Räumungsverkauf bis Ende Mai

Traditionsfirma ohne Nachfolger: Völker schließt in Ziegenhain

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Nach mehr als 60 Jahren schließt das Möbelhaus Völker in Ziegenhain: Hier zu sehen ist eine Ansicht des ersten Firmensitzes aus den 1950er-Jahren.

Ziegenhain. Mehr als 60 Jahre lang war der Name Völker in der Schwalm eng mit dem Handel von Möbeln verknüpft: Jetzt schließt das Familienunternehmen in Ziegenhain seine Türen für immer.

Die Geschäftsführer und Geschwister Astrid Völker-Platte und Bernd Völker sagen: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber man soll gehen, wenn es am schönsten ist.“

Der Grund sei ein schlichter: „Wir haben keinen Nachfolger. Zudem haben wir ein gutes Angebot für die Übernahme der Geschäftsräume bekommen.“

Bis Mitte beziehungsweise Ende Mai werde man gemeinsam mit dem Team den Räumungsverkauf abwickeln, im Sommer werde die Liegenschaft besenrein an den neuen Mieter übergeben. Wer das sein wird, darüber haben beide Vertragspartner Stillschweigen vereinbart. „Aber der Standort bleibt für den Möbelhandel erhalten“, sagen Völkers.

Bernd Völker

Auf Möbel spezialisierte sich die Familie bereits in den 1920er-Jahren. 1954 eröffnete Schreinermeister Georg Völker gemeinsam mit seinem Sohn Georg in Niedergrenzebach in einem ehemaligen Bauernhaus eine Möbelausstellung mit drei Schaufenstern. Gefragt waren auch Produkte aus der eigenen Werkstatt. „Blumenständer, Teewagen, Tische und sogar Lampen“, erzählt Bernd Völker.

Er selbst könne sich gut an die Werkstatt erinnern. „Als Kind durfte ich dort häufig mit Holz basteln.“

Umzug nach Ziegenhain

Alsbald wurde die Fläche zu klein und der Betrieb zog nach Ziegenhain um. Hier baute Sohn Georg 1964 eine 80 Meter lange Möbel-Ausstellungshalle in der Hessenallee, direkt an der Bundesstraße. „Sie diente als Großhandel-Auslieferungshalle für Schreiner. Die Schreiner haben auch montiert und beraten und brachten häufig Kunden mit“, erklärt Völker-Platte.

Nach und nach wuchsen Unternehmen und Kundenkreis, das Haus wurde immer wieder erweitert und Mitte der 1980er-Jahre auf den Einzelhandel umgestellt. Fortan besuchten nicht nur Menschen aus der Schwalm das Möbelhaus, sondern auch Kunden aus Frankfurt oder Kassel.

Auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern wurden Möbel für alle Bereiche des Hauses angeboten. 1996 übernahmen Tochter Astrid Völker-Platte und Sohn Bernd Georg Völker in der dritten Generation das Geschäft. Völker-Platte hatte Marketing-Kauffrau gelernt, Bernd Völker war als Lehrer in Hannover tätig und kam zurück. Die Geschwister lenkten nicht nur das Team, sondern realisierten weitere Umbauten,es wurde ein neuer Eingang mit Parkplätzen gestaltet, sowie 2011 das Haus komplett renoviert.

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