Platzwahl auf neuen Polstern

Treysaer Kino öffnet am Donnerstag die Türen

Im vergangenen Sommer 2020 organisierte Kinobetreiber Peter Unger gemeinsam mit dem Stadtmarketing Autokinovorstellungen auf dem Treysaer Haaße-Hügel.
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Im vergangenen Sommer 2020 organisierte Kinobetreiber Peter Unger gemeinsam mit dem Stadtmarketing Autokinovorstellungen auf dem Treysaer Haaße-Hügel.

Peter Unger ist optimistisch. Und dazu hat der Treysaer Kinobetreiber auch allen Grund: Endlich darf er am Donnerstag die Türen zum Burgtheater wieder öffnen.

Treysa – Acht lange Monate musste das Kino pandemiebedingt pausieren. Die Solidarität der Schwälmer mit ihrem Traditionskino war und ist aber weiterhin groß. Gut besucht waren die Autokinoveranstaltungen auf dem Haaße-Hügel, die im vergangenen Jahr zusammen mit dem Stadtmarketing auf dem Haaße-Hügel starteten.

„Wir haben Erfahrungen sammeln können und sind gut vorbereitet. Im vergangenen Jahr gab es auch im Inneren des Kinos keine Probleme mit den Besuchern – die Menschen kennen die Regeln und halten sich auch dran“, sagt der 59-Jährige.

Als cineastisches Urgestein in Treysa kennt Unger die Branche wie kaum ein anderer. Schon der Vater betrieb ab 1955 ein Kino, er übernahm 1988. Die lange Durststrecke hat der Kinobetreiber genutzt, um zu renovieren, die Sitze wurden neu gepolstert. Der Kassenbereich ist seit vielen Jahren nostalgisch verglast – „das passt jetzt prima in die Zeit“. Das Tragen einer Maske im Kinosaal wird empfohlen, ist aber keine Pflicht, wohl aber die Abstandsregeln: „Die 1,5 Meter sind den Menschen in Fleisch und Blut übergegangen, da wird es keine Probleme geben“, ist Unger überzeugt.

Zudem könne man sich auf 600 Quadratmetern gut aus dem Weg gehen. Schlingen aus gestreiftem Flatterband zeigen auf den Sitzen an, wo Besucher Platz nehmen können. Eine Art Einbahnstraßenregelung gab es im Treysaer Kino schon vor der Pandemie: Die Vordertür dient ausschließlich als Eingang, nach der Vorstellung verlassen die Gäste die Räume durch die rückwärtige Tür Richtung Burggasse. Die dürren Monate ohne Betrieb konnte Unger einigermaßen überbrücken, er erhielt November- und Dezember-Hilfen sowie Geld aus dem Überbrückungshilfeprogramm des Bundes. Der Treysaer ist überzeugt, dass die Menschen sich freuen, dass das Kino wieder öffnet.

Allerdings sei der Sommer für Betreiber auch unabhängig von der Pandemie eher schwierig. „Die Kinosaison beginnt eher im September, wenn es kühler wird“, sagt er. Auch die Verleiher dürften froh sein. Viele Filmstarts wurden mehrfach verschoben, beispielsweise der neue Bond-Streifen. Um die Branche zu unterstützen, gebe es Initiativen vom Land Hessen, beispielsweise würden Projekte wie ein Wanderkino finanziell unterstützt. Das sei auch nötig, denn viele Kinobetreiber hätten unter anderem Probleme mit Mietverträgen. Einige Kinotüren würden sich wohl nach der Pandemie nicht mehr öffnen. (Sandra Rose)

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