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Trainer Atilla Güven steht vor seiner ersten Regionalliga-Saison

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Das Schwälmer Fußball-Gewächs Atilla Güven am Tag des Aufstiegs in die Regionalliga.
Das Schwälmer Fußball-Gewächs Atilla Güven am Tag des Aufstiegs in die Regionalliga. © Atila Güven

Dreierkette, Viererkette, Manndeckung – oder doch im Raum verteidigen? Über taktische Feinheiten des Fußballs grübelte Atilla Güven schon zu Studentenzeiten in den Seminarräumen der Uni Marburg. Vor kurzem feierte der passionierte Fußball-Trainer aus Treysa nun den größten Erfolg seiner bisherigen Laufbahn: Am letzten Spieltag der Saison sicherte sich Güvens Verein, die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, die Hessenliga-Meisterschaft.

Schwalmstadt. Als „absolutes Karriere-Highlight“ bezeichnet der 38-Jährige den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga – die Schwelle zum Profifußball. Güven ist damit einer der erfolgreichsten Fußball-Exporte der Schwalm, denn sein Lebensmittelpunkt ist mittlerweile in Fulda. Und in Lauterbach: An der dortigen Alexander-von-Humboldt-Schule fand er nach Studium und Referendariat eine Anstellung als Deutsch- und Sportlehrer.

Vollgepackte Terminkalender prägen die Wochen des Studienrats, der neben seinem schulischen Engagement abends mehrere Trainingseinheiten pro Woche gestaltet. Gemeinsam mit Sedat Gören. Schon eine Stunde vor Trainingsbeginn bereiten Fuldas Chefcoach und „Co“ Güven die jeweiligen Übungen vor. Im Anschluss an das Training werden die Leistungen der Spieler besprochen. Auch in der Analyse des jeweiligen Gegners spielt der Treysaer eine zentrale Rolle. „Vier Augen sehen mehr als zwei“, sagt Güven, der ebenso wie sein „Chef“ als gewiefter Taktiker gilt. „Atilla und ich kennen uns schon lang. Er weiß, wie ich ticke“, betont Sedat Gören. Barockstadts Cheftrainer gilt als einer der Gründe für Güvens Wechsel im Jahr 2020: Seinerzeit zog es ihn in die traditionsreiche Johannisau – in den 1990er-Jahren Heimat der großen Mannschaft Borussia Fuldas, die damals sogar an das Tor zur Zweiten Bundesliga anklopfte.

Fußball immer im Blick

Den Schritt hat der in Fulda wohnhafte Güven nie bereut: Traditionell glänzen die Sportplätze Osthessens mit hohen Zuschauerzahlen. Auch in unteren Ligen. Als „einfach fußballverrückt“ hat Güven seine neue Heimat kennengelernt, in der vor allem ein Verein im Mittelpunkt steht: die SG Barockstadt. Der aus einer nicht bei allen Anhängern unumstrittenen Partnerschaft zweier ehemaliger Rivalen (Borussia Fulda und TSV Lehnerz) entstandene Klub hat nun auch dank der akribischen Arbeit Güvens den größten Erfolg seiner Geschichte feiern dürfen. „Atilla hat eine hohe Fachkompetenz und einen guten Draht zur Mannschaft. Er ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Cheftrainer und Mannschaft“, sagt Sebastian Möller. Barockstadts Manager ergänzt: „Einen besseren Co-Trainer kann man sich nicht wünschen.“ Bis zum Sommer 2020 war Güven noch hauptverantwortlicher Trainer – die Chefrolle im Ziegenhainer Herbert-Battenfeld-Stadion tauschte er dann gegen die des Assistenten in Fulda. Nur auf dem Papier ein Schritt zurück, besitzt er im Barockstadt-Trainerstab doch viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Und auch die Ergebnisse seines Heimatvereins hat Güven im Blick. „Ich verfolge den Fußball in der Schwalm nach wie vor sehr detailliert“, sagt er. In guter Erinnerung habe er seine Jahre beim FCS. Gern denke er vor allem an Kreispokal-Siege und den Verbandsliga-Klassenerhalt im Jahr 2018 zurück. Aber: „Dass die Saison nach dem Abstieg annulliert wurde und wir nicht aufsteigen konnten, hinterlässt einen bitteren Beigeschmack.“

Nun geht Güvens Blick nach vorn. Ende Juni startete seine mit mehreren Neuzugängen verstärkte Mannschaft in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Kickers Offenbach, FSV Frankfurt, SSV Ulm – einige große Namen begegnen den Fuldaern dort. „Eine sehr intensive Saison“ erwartet Güven in Deutschlands vierthöchster Liga, in die beinahe ein in der Schwalm ebenfalls bestens bekannter Name aufgestiegen wäre: Härtester Konkurrent der SG Barockstadt war Eintracht Stadtallendorf. Erst ein Patzer des Tabellenführers am letzten Spieltag entschied das Aufstiegsrennen, das auch ein Duell der Ex-Schwalmstädter an der Seitenlinie war: Trainer der Herrenwälder ist Dragan Sicaja. (Steffen Schneider)

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