Familienforschungen

Auf den Spuren des Großvaters: Bei welchem Bauern hat Émile Hubert in Salmshausen gearbeitet? 

Kriegsgefangene in Salmshausen, rechts Émile Hubert: Seine Familie wüsste gern mehr über seine Zeit in der Schwalm.
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Kriegsgefangene in Salmshausen, rechts Émile Hubert: Seine Familie wüsste gern mehr über seine Zeit in der Schwalm.

Es war das Arbeitskommando mit der Nummer 1975. 21 französische Kriegsgefangene des Stammlagers (Stalag) IX A Ziegenhain gehörten ihm an. Einer von ihnen war Émile Hubert.

Wie die anderen 20 war er im Schrecksbacher Ortsteil Salmshausen in der Landwirtschaft eingesetzt. Sein Enkel Jacques Hubert wüsste jetzt gern mehr über diese besondere Lebensphase seines Großvaters während des 2. Weltkriegs.

Anfragen von Familien ans Museum Trutzhain

Trotz der Corona-Pandemie erreichen die Gedenkstätte und Museum Trutzhain nach wie vor wöchentlich Anfragen von Familienangehörigen ehemaliger Kriegsgefangener des Stalag IX A Ziegenhain. Immer wieder werde dabei der Wunsch geäußert, etwas über den Ort des Arbeitseinsatzes oder über die Familie zu erfahren, bei der der Kriegsgefangene arbeiten musste, erklärt Karin Brandes, Leiterin der Gedenkstätte.

So eine Anfrage habe sie auch Ende April aus Frankreich erreicht. Angefragt hat Jacques Hubert aus Frankreich. In seinem Brief hat Jacques Hubert angegeben, dass sein Großvater in dem Arbeitskommando 1975 in Salmshausen eingesetzt war.

„Einen Hinweis auf einen Kriegsgefangenen mit Namen Émile Hubert hatten wir bisher nicht in unserer Datenbank, wohl aber gibt es Informationen zum Arbeitskommando“, so Brandes. Allerdings sei die Kriegsgefangenendatenbank bei weitem nicht vollständig, da unter anderem auch die Lagerkartei kurz vor Kriegsende vernichtet worden sei. Das bestätigt laut Brandes auch ein französischer Zeitzeuge.

Foto zeigt Großvater und zwei weitere Kriegsgefangene

Jacques Hubert konnte aber Dokumente zusenden, die er aus dem Archiv in Caen/ Frankreich erhalten hat. Zudem hat er ein Foto mitgeschickt, das seinen Großvater mit zwei weiteren Kriegsgefangenen – vermutlich in Salmshausen – zeigt.

Zudem hat die Gedenkstätte noch weitere Informationen erhalten. Danach kam Émile Hubert als französischer Kriegsgefangener am 17. Dezember 1940 ins Stalag IX A Ziegenhain. Schon am nächsten Tag kam er nach Frielendorf und arbeitete dort im Kohlenbergbau bis zum 20. Februar 1941. Vom 21. Dezember 1941 bis zum 15. April 1941 war er in Zella beim Gleisbau eingesetzt bis er schließlich am 16. April 1941 nach Salmshausen kam. Dort arbeitete er bis zum 28. März 1945 auf einem Bauernhof.

Bei welchen Bauern in Salmshausen hat Émile Hubert damals gearbeitet? 

Der damalige Ortsbauernführer Scheidt war für die Organisation des Arbeitseinsatzes des Arbeitskommandos 1975 mitverantwortlich. Hilfswachmann war von Frühjahr 1944 bis zur Auflösung des Arbeitskommandos am 29. April 1945 E. Hasenpflug aus Salmshausen. Wo sich die Sammelunterkunft der Kriegsgefangenen befand, ist nicht bekannt.

Jaques Hubert würde nun sehr gerne wissen, bei welchem Bauern in Salmshausen sein Großvater gearbeitet hat. Er hofft, dass sich jemand erinnern kann.

Hinweise: info@gedaenkstätte-trutzhain.de

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