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Trutzhainer Bühne dreht nach langer Pause so richtig auf

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Das Foto zeigt eine Szene, in der fünf Familienmitglieder um einen Tisch sitzen. Links neben dem Tisch steht ein betendes Mädchen.
Ach du lieber Himmel: Die Trutzhainer boten zwei höchst vergnügliche Theaterabende, bei denen kein Auge trocken blieb, zum Beispiel wenn eins der Töchterlein frömmelnde Töne spuckt.  © Ziegler-Dörhöfer, Regina

Nach langer Coronapause führte die Trutzhainer Bühne am Wochenende das Stück „Die totalen Chaoten“ auf.

Trutzhain – „Sie kocht was sie kann, was die Schweine nicht fressen, das kriegt der Mann“, so einer der zahlreichen trockenen Kalauer der Theateraufführung der Trutzhainer Bühne, die am Wochenende das Publikum herzhaft lachen ließen. „Endlich mal wieder!“, so die Erleichterung bei den Mitwirkenden, die zuletzt 2019 auf der Bühne gestanden hatten.

Bei der Premiere des Stücks „Die totalen Chaoten“ am Freitagabend war knapp die Hälfte des Publikums erstmalig auf einer Trutzhainer Theaterdarbietung und so mischten sich die neuen Gästen mit langjährigen Theaterfreunden. Spaß und Freude hatten sie allesamt und belohnten die herzerwärmenden Pointen und Anekdoten mit reichlich Applaus.

Auf der Bühne sind Familienmitglieder zu sehen, die mit gerunzelter Stirn den Polizisten und den Pfarrer beobachten.
Die totalen Chaoten mit Dorfpolizist, Pfarrer und einer Familie in Aufruhr: Humorvolle Komplikationen gab es nicht zu knapp. © Ziegler-Dörhöfer, Regina

In der Chaosfamilie flogen Vaters Stinkesocken über den Esstisch, das junge Töchterlein ging auf Omas Rat hin nicht schaffen, sondern „anschaffen“ und Mutters Kochkünste ließen auch das seit drei Tagen angebrannte Gulasch nicht besser werden. Dem Trompeter von Trutzhain drehte die lüsterne Oma den Hals um, während der Dorfpolizist dem Dieb des Hasens in der Tiefkühltruhe nachspürte.

Vor Omas Rettungsversuchen der Predigt war es auch unter dem Talar des Pfarrers nicht sicher und der Verehrer des Töchterleins wechselte gekonnt zwischen den Figuren des braven Butlers und des feurigen Liebhabers.

Verstrickungen

Die Verstrickungen nahmen im Dreiakter rasant an Fahrt auf und in der zunächst gewöhnlich wirkenden Familie machte sich das Chaos breit. Töchterchen Maria, gespielt von Paula Saiz, kam zunächst brav und anständig daher und liebäugelte gar mit dem Gang ins Kloster, konnte am Ende den Gelüsten des Lebens und dem Treiben ihrer Schwester Sarah, Jana Klug, und ihrem Verehrer, Tino Ciemer, aber doch nicht widerstehen.

Ute Saiz sitzt in ihrer Rolle als Oma mit herausgestreckter Zunge neben zwei weiteren Schauspielern.
Ute Saiz als Oma: Sie stellte minutenlang ihre Zunge als Briefmarkenklebehilfe zur Verfügung. © Ziegler-Dörhöfer, Regina

Ute Saiz spielte die Windel und Gummistrumpf tragende Oma mit besonderem Talent: allein, dass sie minutenlang ihre Zunge als Klebehilfe fürs Briefmarkenlecken zur Verfügung stellte: ein Highlight. Auch die Rollen des katholischen Pfarrers und des Dorfpolizisten waren mit Armin Teuchler und Friedrich Sperlich passend besetzt. Die Eltern der Chaosfamilie, Vanessa Schreiner und Otmar Heidenreich, lieferten sich so manch wortwitzigen Schlagabtausch, worin sich auch Publikumspaare ab und an offenbar gut wiedererkennen konnten.

Zahlreiche Helfer

Zum Team der Trutzhainer Bühne zählen jedoch nicht nur die Darsteller, sondern auch eine große Gruppe an helfenden Händen im Hintergrund. Monika Teuchler verschwand beispielsweise seit 15 Jahren im kleinen Bühnenkasten und übernahm erneut die Funktion der Souffleuse und die Regie wurde von Andrea Rollke geführt. Für Requisiten und Co. war Simon Scholz verantwortlich.

Ausverkauft

Alle zusammen bereiteten den Besuchern im ausverkauften Dorfgemeinschaftshaus an den beiden Aufführungstagen vergnügliche Theaterstunden, Balsam für die Seele der Menschen, die die heitere Zerstreuung mehr denn je genossen. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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