Unfall im Oktober

Nach schwerem Unglück: Im A49-Tunnel herrscht wieder Alltag

Frankenhain. Nach dem schweren Unglück im A49-Tunnel bei Frankenhain wird dort wieder normal gearbeitet.

Bei dem dramatischen Arbeitsunfall waren am 23. Oktober zwei Männer, 26 und 41 Jahre alt, schwer verletzt worden. Zunächst wurde Lebensgefahr gemeldet. Beide wurden mit Hubschraubern in Kliniken gebracht.

Wie Hessen Mobil (Marburg) auf Anfrage unserer Zeitung weiter berichtete, wurde zur Aufklärung des Unfallhergangs ein Gutachter beauftragt, das Gutachten sei noch nicht abgeschlossen.

Nach dem damaligen Unfallbericht hatten die beiden Männer vormittags auf beziehungsweise neben einer Hebebühne etwa in der Mitte einer der 900 Meter langen Röhren gearbeitet, als die Bühne von einem meterlangen Schalungsteil getroffen wurde und umstürzte. Zunächst hieß es, dass in dem Tunnelabschnitt bis zur vollständigen Klärung nicht weiter gearbeitet werde.

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Jetzt meldet Hessen Mobil, dass der Unfall sich in einer Pannenbucht in dem Bauwerk ereignet hatte, „wegen der laufenden Untersuchungen ist der Bereich weiterhin abgesperrt, die Arbeiten sind dadurch aber nicht behindert“.

Die Betonage des Gewölbes sei in beiden Tunnelröhren abgeschlossen. Nach dem Jahreswechsel solle der Innenausbau beginnen, Stichworte dabei sind: Entwässerung, Löschwasserleitung, Kabelleerrohre und später die Fahrbahn im Tunnel. Die Tunnelbaustelle befinde sich weiterhin im Plan.  Knappe Angaben gibt es zum Gesundheitszustand der Opfer: „Einer der im Oktober in den Unfall verwickelten Bauarbeiter ist bereits wieder vollständig genesen, der andere ist im Rahmen einer Reha auf dem Wege der Besserung.“ Aufgrund von Persönlichkeitsrechten werde dazu Weiteres nicht mitgeteilt.

Am Unfalltag war zu erfahren gewesen, dass dem 26 Jahre alten Slowenen ein aus großer Höhe herabgestürztes Schalungsteil die Unterschenkel abgerissen habe. Das zweite Opfer soll von der Bühne gestürzt sein, ein dritter Kollege soll unverletzt geblieben sein.

Seinerzeit hieß es zum Hergang, ein Seitenteil einer hydraulisch betriebenen Tunnelschalungsmaschine sei plötzlich unkontrolliert abgeklappt.

Hintergrund 

Seit Frühjahr 2013 wird an dem 900 Meter langen Autobahn-49-Tunnel bei Schwalmstadt-Frankenhain gebaut, rund um die Uhr und ums Jahr. Bis zur Fertigstellung 2015 wird mit Kosten von mindestens 60 Mio. Euro gerechnet, 600 000 Kubikmeter Abraum wurden bewegt. In spätestens sechs Jahren soll der Tunnel am Ende des Bauabschnitts Neuental-Treysa für 570 Mio. Euro in Benutzung sein, so die Planvorgaben von Hessen Mobil.

Arbeitsunfall an der A49-Tunnelbaustelle bei Schwalmstadt

Anders, als zunächst angekündigt, wurden die Röhren gänzlich ohne Sprengungen vorangetrieben. In mehreren Großübungen hat sich die Schwalmstädter Feuerwehr auf einen Unglücksfall im Zusammenhang mit der Tunnelbaustelle vorbereitet. Über weitere Unfälle auf der Großbaustelle, wo phasenweise rund um die Uhr gearbeitet wird, ist nichts bekannt.

Der Tunnel wird zum Schutz des nahegelegenen Hesischen Dikoniezentrums Hephata und des Dorfes Frankenhain vor Verkehrslärm gebaut. (aqu)

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