Feuerwehreinsatz am Ziegenhainer Kottenberg

Überflüssiger Einsatz in Schwalmstadt: Wehr rückte zu erlaubtem Feuer aus

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Symbolbild Feuerwehr 

Schwalmstadt. Für Kopfschütteln sorgt ein Feuerwehreinsatz am Ziegenhainer Kottenberg in der Nähe der B 254. Ein Löschzug war zu einem – wie sich herausstellte - angemeldeten Feuer eines Landwirts in der Gemarkung ausgerückt.

Darauf machte ein Leser die HNA jetzt aufmerksam. Den Einsatz bestätigte ein Sprecher des Landkreises auf unsere Nachfrage. Die Feuerwehr Ziegenhain sei von der Homberger Leitstelle alarmiert worden, es sei ein entsprechender Notruf eingegangen. Der Leitstelle habe keine Information über ein angemeldetes Feuer vorgelegen. Dem widerspricht Ordnungsamtschefin Doris Heinmüller, es sei termingerecht ein Fax rausgegangen an den Kreis und die Polizei.

Nach diesem überflüssigen Feuerwehreinsatz geht der Ball nun hin und her, wer dafür die Verantwortung hat.

Was sagt der Kreis über den Fall? 

Der Leitstelle hätten keine Informationen über das Feuer vorgelegen. Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle außerorts kann zulässig sein, es muss aber bei der kommunalen Ortspolizei angekündigt sein.

War das Feuer denn angemeldet? 

Ja, sagt Ordungsamtsleiterin Doris Heinmüller, außerdem habe Schwalmstadt schon seit Langem ein Formblatt, das sogar ausführlichere Angaben vorsieht als das des Kreises. Der Vordruck mit allen Angaben über das Feuer des Landwirts wurde laut Heinmüller am 29. März an Polizei und Kreis gefaxt, versehen zusätzlich mit einer Lagezeichnung.

Ist die Ortspolizei, also das Ordnungsamt, verpflichtet, das tun? 

Laut Stellungnahme des Kreises ist es „empfohlen“, angemeldete Feuer, ob nützliche oder Brauchtumsfeuer, der Leitstelle zu melden, dafür gebe es auch einen Vordruck zum Ausfüllen. Nur so könne bei einem Notruf geprüft werden, ob es sich um eine genehmigte Verbrennung unter Aufsicht handelt. Selbst wenn das Feuer bei der Leitstelle gemeldet ist, aber im Fall eines Notrufes kein Ansprechpartner erreichbar ist, werde die Feuerwehr alarmiert.

So ein Vordruck existiert also bei der Leitstelle? 

Nach HNA-Informationen wurde ein neuer Vordruck entwickelt, möglicherweise wegen dieses Vorfalls. Ob es vorher schon einen gab, ist der Redaktion nicht bekannt.

Wie kann man sich denn erklären, dass der Löschzug in Marsch gesetzt wurde?

Eigentlich nur so, dass irgendwo ein Fehler passiert ist. Auf der Leiststelle muss in Sekundenschnelle entschieden werden und die Angaben zu Gemarkungslagen sind nicht leicht zu überblicken, sagen Insider.

Wer zahlt denn nun den Einsatz? 

Die Kosten können per Gebührenordnung zwar genau ermittelt werden, erläuterte Doris Heinmüller, in diesem Fall können sie jedoch niemandem in Rechnung gestellt werden, denn der Landwirt hat ja alles richtig gemacht. Letztlich bleibt der Steuerzahler darauf sitzen.

Was muss getan werden, um solche Einsätze zu vermeiden? 

Das ist bei Besprechungen immer wieder ein Thema und wird derzeit offenbar neu aufgerollt. „Ich werde mit den Verantwortlichen weiter diskutieren, wie so etwas vermeidbar ist“, sagte gestern Doris Heinmüller.

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