Sie stinken und sind laut

Waschbären haben das Dach besetzt: Treysaer Paar hat ungebetene Mitbewohner

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Wer schaut denn da zum Fenster rein?

Treysa. Auch wenn ihre Kinder ausgezogen sind, werden Conny und Thorsten Garbitz nicht allein in ihrem Haus leben: Waschbären haben ihr Dach besetzt.

Der Schwalmberg ist ein beliebtes Wohngebiet. Conny und Thorsten Garbitz leben in einem Haus aus kanadischen Blockbohlen. Die Kinder der Patchwork-Familie planen gerade ihren Auszug. Doch wird das Ehepaar danach nicht gemütlich zu zweit sein – beide teilen ihr Haus mit Waschbären.

„Sie haben praktisch das Dach besetzt“, sagt Conny Garbitz. Die Tiere seien ja wirklich niedlich anzusehen, aber sie nervten erheblich, wenn sie eben im eigenen Haus lebten, erklärt Thorsten Garbitz.

Das Wohnzimmer und das Elternschlafzimmer sind vom Dachboden nur durch die Zimmerdecke getrennt. „Wir hören alles, was die Bären tagsüber unternehmen: ihr Herumlaufen, ihr Streiten, ihr Fressen, ihr Spielen. Es ist sehr laut“, erzählt die Erzieherin. „Wenn in der Dämmerung die Krähen rund ums Haus anfangen zu schimpfen, wissen wir, dass die Waschbären nach draußen gehen“, sagt ihr Mann.

Interessanterweise sei ihr Garten nicht das Ziel der Tiere, sondern die Umgebung. Ein weiterer nervender Faktor ist für Conny Garbitz der Gestank. Die Tiere hätten ihre Außentoilette direkt auf dem Dach neben dem Schornstein, außerdem pinkelten sie immer wieder vom Dach herunter und natürlich röchen sie nach Wildtier.

Richtig ärgerlich sei aber, wenn sich ein Tier in die Wohnung verirre. Einmal seien sie und ihr Mann unterwegs gewesen, als die Tochter anrief und vollkommen entsetzt berichtete, ein Waschbär sitze im Wohnzimmer. Sie informierten einen in der Nähe lebenden Jäger, der die Tochter rettete, in dem er mit viel Geduld und Geschick den Waschbären einfing. „Ein anderes Mal tat es in der Gästetoilette einen lauten Schlag und dann hörten wir von außen, wie darin ein Bär tobte“, erinnert sich der Pfarrer. „Wir wollten erst wieder den Jäger anrufen, aber dann war plötzlich Ruhe.“

Gib mir Fünf: Die Waschbären sind alles andere als ängstlich und kommen den Menschen mittlerweile mehr als nah.

Ein Kontrollblick zeigte, dass der Waschbär wohl von oben die Bodenluke geöffnet hatte, dann in das Gäste-Klo fiel und als er den Lichtschalter gefunden hatte, wieder nach oben durch die Luke aufs Dach geklettert war. „Seitdem betreten wir den Raum nur noch in Halbacht-Stellung“, sagt das Paar.

Natürlich seien die Erlebnisse mit den Waschbären auch lustig, aber der Ärger überwiege. Richtig teuer werden die ungebetenen Untermieter aber wohl im nächsten Jahr werden, denn die Wildtiere sind dabei, die komplette Dämmung des Daches auseinander zu nehmen.

Das Haus vor Waschbären zu schützen – wie der Landrat empfiehlt (siehe Hintergrund) – sei fast unmöglich, glauben die Treysaer. Die Tiere kletterten ohne große Mühen nicht nur an den Dachrinnen, sondern auch an den Holzwänden hoch. „Wir müssten einen Elektrozaun rund um das Dach legen, aber wer will schon dauerhaft unter Strom stehen“, sagt Conny Garbitz.

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