Urteil für den Feuerteufel: Mann aus  Altkreis Ziegenhain wurde schuldig gesprochen

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Immer wieder brannte es in der Schwimmbradstraße in Großropperhausen wie hier im Februar vergangenen Jahres.

Ziegenhain. In den vergangenen Jahren trieb ein Brandstifter in Großropperhausen sein Unwesen. Erst nach einer Hausdurchsuchung im vergangenen Sommer endete die Brandserie.

Mindestes zwölf Mal brannte es in dem Frielendorfer Ortsteil, immer wieder war der Einsatz der Feuerwehr gefordert. Allein fünf Mal mussten die Brandschützer mit einem Großaufgebot in die Schwimmbadstraße ausrücken. Glücklicherweise konnten die Einsatzkräfte jedes Mal größeren Schaden verhindern.

Jetzt musste sich ein Mann aus dem Altkreis Ziegenhain wegen der Brandstiftungen vor dem Schöffengericht in Treysa verantworten. Wie ein im Gerichtssaal als Zuschauer anwesender Feuerwehrmann berichtete, hatte die Staatsanwaltschaft Marburg dem Angeklagten vorgeworfen, in Großropperhausen eine Hecke, Efeu an einem Hausgiebel und ein leer stehendes Gebäude der Stormarnwerke angezündet zu haben.

Fünf Zeugen, darunter zwei Polizeibeamte, waren geladen und schilderten dem Gericht detailliert ihre Wahrnehmungen. Laut Prozessbeobachter stritt der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Taten rundweg ab. Immer wieder habe der Mann geäußert, sich an nichts erinnern zu können oder er habe sich in offensichtliche Widersprüche verwickelt, sagte der Feuerwehrmann.

Wie sich im Laufe des Prozesses herausstellte, war der Mann sowohl bei dem Heckenbrand im vergangenen März, wie auch dem Giebelbrand im April in unmittelbarer Nähe des Tatorts von Zeugen beobachtet worden. Nach dem Brand der Hecke stellte die Polizei einen Alkoholwert von 2,33 Promille fest.

Schnittwunden und Brandblasen an den Händen wertete das Gericht als weitere Indizien. Das Feuer bei den Stormarnwerken Ende Mai konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden.

Nach rund fünfstündiger Verhandlung verurteilte das Schöffengericht den Mann wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Wochen. Die Strafe wurde für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Eine zu zahlende Geldbuße in Höhe von 1500 Euro kommt der Feuerwehr Großropperhausen zugute, teilte das Gericht mit.

Der als Zuschauer anwesende Feuerwehrmann zeigte sich mit dem Verlauf und Ergebnis des Prozesses zufrieden.

Von einem echten Schlussstrich könne man aber eigentlich nicht reden, gab der Brandschützer zu bedenken: „Zehn Brände sind nach wie vor nicht aufgeklärt.“

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