Verzicht auf tierische Produkte

Lebensstil als politische Angelegenheit: Ehepaar Schäfer aus Frankenhain isst seit Jahren vegan

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Bei ihnen kommt ausschließlich Veganes auf den Tisch: Anette und Wolfgang Schäfer leben den Trend schon seit Jahren.  

Fleisch, Kuhmilch, Eier – kommen bei den Schäfers nicht auf den Teller. Seit über zehn Jahren verzichten Anette und Wolfgang Schäfer bewusst auf tierische Produkte. Fleisch hat den beiden schon in der Kindheit nicht geschmeckt.

„Man kannte es nicht anders“, so Wolfgang Schäfer (56), der die Bilder und den Geruch der oft am Rande seines Schulweges stattfindenden Hausschlachtungen nicht aus dem Kopf bekommt. „Das hat mich schon als Kind erschüttert.“

Seine Frau Anette suchte aus gesundheitlichen Gründen nach einer neuen Art der Ernährung. Vor der Umstellung rebellierte der Körper der Friseurin mit unzähligen Allergien. Die Schulmedizin riet zu einer langwierigen Ausschlussdiät, doch Anette Schäfer fand zur Rohkost-Ernährung und sie merkte schnell, wie gut ihr das tat. Die Allergien gingen zurück.

Veganer Lebensstil auch eine politische und ethische Frage

Für Wolfgang Schäfer ist der vegane Lebensstil auch eine politische und ethische Angelegenheit: „Wir können so nicht weiterleben. Für den Sojaanbau werden unzählige Wälder abgeholzt, Tiere sind nur noch ein industrielles Massenprodukt“, so der Heizungsbauer. In der Reduzierung des Fleischkonsums liege der Schlüssel im Kampf gegen den Klimawandel. Dagegen, dass auch vegane Produkte Soja enthielten, argumentiert Schäfer, dass der Sojafaktor bei Veganern viel geringer sei. Der größte Sojaanteil stecke im Viehfutter.

Vegane Fertigprodukte, die oft Soja enthalten und tierische Erzeugnisse nachahmen, sind ohnehin nicht Sache der Schäfers. „Das sind Produkte für Umsteiger, die nicht auf die geliebte Wurst verzichten mögen, vegane Küche ist so vielfältig.“

Wildkräuter als Nährstoffergänzung

Auf dem Land ist es schwer, in einem Restaurant etwas Veganes zu bekommen“, weiß Schäfer, der es sich angewöhnt hat, vor dem Besuch eines Festes zu Hause zu essen, um nicht immer bei Pommes Frites zu landen. Zu Feiern bringen die beiden gerne eigene Kuchen oder Salate mit. „Meine veganen Kuchen sind bei vielen beliebt. Der Geschmack zählt, da ist es dann auch den meisten egal, ob vegan oder nicht“, lacht Anette Schäfer, die vor allem gerne Törtchen mit getrockneten Früchten, Nüssen und frischem Obst zubereitet. 

Zur Nährstoffergänzung setzen die Schäfers auf Wildkräuter: Brennnessel, Löwenzahn und Co., alles ideale Nährstofflieferanten, die man schon im heimischen Vorgarten finde und die sich leicht im Salat einbauen lassen. Zum Frühstück gönnen sich die Schäfers gerne eine Hafermahlzeit und als Nachtisch sei veganes Eis sehr lecker. Oft gibt es Smoothies.

Einkauf im Supermarkt  ist anstrengend

Ein Einkauf im Supermarkt sei immer etwas anstrengend, so gebe es etwa nur wenige Pflanzenmargarinen, in denen nicht doch tierische Molke versteckt sei. „Da muss man schon aufs Kleingedruckte achten.“ Preislich sei die vegane Lebensweise nur dann teurer, wenn man auf die überteuerten Fertigprodukte zurückgreift. „Vegan heißt übrigens nicht immer gesund. Man kann sich auch mit veganen Produkten ungesund ernähren.“

Wolfgang Schäfer, der heute drei Hosengrößen weniger hat, will seine Lebensweise niemandem aufzwingen, „jeder muss den Weg für sich finden“. Während sie sich hin und wieder ein Stück Käse und damit eine Ausnahme gönnt, lebt er konsequent vegan. Auch in der Kleidung soll nichts Tierisches sein, „manche synthetischen Produkte sind aber auch einfach nur Mist“, räumt Anette Schäfer ein, die deshalb auch ihre guten alten Lederschuhe weiterhin tragen wird. 

Dieses Paar setzt da noch einen drauf - sie ernähren sich ausschließlich von Früchten: Ali Reza Khorasany und Daniella Siira erklären zum Beispiel, dass sie ihre Lösung in einer vegetarischen Ernährungsweise auf der Basis von Früchten gefunden haben.  

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