Brillen im Wert von 50 000 Euro weg – Inhaber zeigt Humor

Schwalmstadt: Verbrecherisch gute Ware

Treysaer Optikermeister Thomas Langer vor einem Brillenregal in seinem Geschäft.
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750 hochwertige Brillenmodelle nahmen die Einbrecher mit: Mittlerweile hat der Treysaer Optikermeister Thomas Langer seine Regalflächen wieder aufgefüllt. Foto: Sandra Rose

Treysa – „Verbrecherisch gute Ware“ – mit der wirbt der Treysaer Augenoptikermeister Thomas Langer gerade und beweist damit eine gehörige Portion Galgenhumor. Denn gerade erst wurde sein Geschäft in der Schimmelpfengstraße nahezu komplett von Einbrechern ausgeräumt – 750 Brillengestelle, Münzgeld und ein iPad entwendeten die Täter in der Nacht zu Fronleichnam. Sie richteten damit einen immensen Schaden an, geschätzt zwischen 50 000 und 60 000 Euro (HNA berichtete).

Doch nicht nur der finanzielle Schaden ist groß, mulmig wird es Thomas Langer immer noch ein wenig, wenn er in die mittlerweile wieder aufgefüllten Regale schaut. „Vor fünf Jahren wurde schon mal eingebrochen. Da wurde allerdings nur Geld gestohlen“, erzählt der Inhaber. „Diesmal wollten sie rein, sie haben versucht, das Schloss zu knacken.

Als das nicht geklappt hat, haben die Täter mit einem großen Eisen die Scheibe eingedrückt.“ Abgesehen hatten es die Eindringlinge besonders auf hochwertige Sonnenbrillen, aber auch Damen- und Herrenmodelle. „Drei Herrenmodelle haben sie hängen lassen“, erzählt Langer.

Ein Passant entdeckte schließlich am folgenden Morgen den Einbruch – beim Spaziergang mit dem Hund. Der alarmierte die Polizei. „Es war ein riesiger Schock“, beschreibt Thomas Langer seinen ersten Eindruck.

Die Polizei geht laut des Augenoptikermeisters davon aus, dass es sich um einen Einbruch „auf Bestellung“ gehandelt hat. Brillengestelle im Internet zu verkaufen, sei wenig lukrativ. „Das funktioniert nicht, außer vielleicht bei den Sonnenbrillen. Aber das ist für die Täter viel zu aufwendig“, ist Langer überzeugt, der berichtet, dass sich die Methodik des Einbruchs in seinem Geschäft mit einem kürzlichen Brillenklau in Hannover ähnelt. Zuletzt habe es vor 15 Jahren eine Art Raubwelle auf Optikergeschäfte gegeben.

Knapp drei Tage musste Langer den Laden schließen, Gutachter und Spurensicherung in die Räume lassen. Die Beamten gehen von mehreren Tätern aus, alle trugen Handschuhe.

Die gestohlenen Modelle hat der Treysaer glücklicherweise schnell nachordern können, bei der kaputten Tür war es schon schwieriger, Ersatz zu beschaffen. Zunächst musste eine OSB-Platte herhalten, um den Laden zu verschließen. Um die eigene Sicherheit und die seiner Mitarbeiter zu erhöhen, darüber denkt der Treysaer jetzt nach: „Wir werden uns etwas überlegen, damit wir die Ladenräume besser überwachen können“, sagt er. Auch im Hinblick darauf, dass er manchmal noch abends anfallende Büroarbeit im Geschäft mache, „da wird ein komisches Gefühl bleiben.“

Thomas Langer hat jedenfalls aus der Not eine Tugend gemacht: In seiner Werbung freut er sich nach Lockdown und Einbruch nun wieder auf den Besuch seiner Kunden – „aber bitte innerhalb unserer Öffnungszeiten“.

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