Dornröschenschlaf beendet

Verein will Wohnhof-Projekt in Treysas Altstadt beleben

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Wohnhof Wagnergasse 3 in Treysa nach der Renovierung. 

In Treysa im Bereich Wagnergasse – ehemals Elektro Stiebeling – haben sich Mieter zu einem Wohnhof- Projekt zusammengeschlossen. Initiator und Eigentümer des Wohnhofs ist Georg Schlamann. Antrieb des Treysaers ist der Traum von einer lebenswerten Altstad

Er erklärt das Wohnhof-Prinzip: Mieter schließen sich zusammen, gründen einen Verein und übernehmen das Haus, in dem sie wohnen wollen. Nach dem Vorbild des Freiburger Mietshäuser Syndikat haben sich mittlerweile deutschlandweit etwa 140 sogenannte Hausvereine gebildet.

Und so funktioniert auch der Treysaer Wohnhof Mieter, die sich selbst verwalten, die ihre Häuser und das Drumherum selbst gestalten und selbst entscheiden, wer ihr Nachbar wird – unkündbar durch zum Beispiel. Eigenbedarf und mit einer lediglich kostendeckenden Miete im Bereich von vier bis fünf Euro.

Mit den Grundstücken in der Steingasse 29, 31 und der Wagnergasse 3 stehen dem Verein auf einer zusammenhängenden Fläche von 4000 Quadratmeter vier Häuser mit 15 Wohnungen von unterschiedlicher Größe und insgesamt etwa 1200 Quadratmeter zum Wohnen zur Verfügung.

Im Wohnhof in der Wagnergasse leben zur Zeit neun Erwachsene und fünf Kinder. Sie bewohnen acht renovierte Wohnungen.

Alle Wohnungen sollen laut Schlammann nach Fertigstellung energetisch und technisch auf dem neuesten Stand sein, mit Aufzug zur möglichst barrierefreien Nutzung.

Zwei Bilder, eine Perspektive: Der Wohnhof in der Wagner-Gasse im Istzustand.

Es gibt einen Gemeinschaftsraum mit Küche, der zum gemeinsamen Tagen, gemütlichen beisammen Sitzen, Spielen oder Tischtennis genutzt werden kann. Und wenn ein Mitbewohner eine Familienfeier plant, so ist genug Platz vorhanden. Schon jetzt sichtbar im Garten: das Anstiftermobil des Theaters 3Hasenoben. Der Jugendclub des Theaters soll im Wohnhof eine sichere Bleibe haben. Werkraum, Garten, Gemüseanbau, Hochbeet, Teich, Ruheecken bieten sich an für die individuelle und auch gemeinsame Nutzung.

Modellprojekt soll zur Nachahmung anregen

In Treysa gibt es noch viele Immobilien, die im Dornröschenschlaf liegen und auf die Erweckung warten, ist Schlammann überzeugt. Vorstellungskraft sowie Erfahrung und Liebe zur alten Bausubstanz gehören dazu, und Visionen, was man daraus machen kann, so Schlamann.

Der Wohnhof Treysa möchte Beispiel sein für eine Form, wie Mieter eigenverantwortlich ihr Zuhause übernehmen und selbst verwalten können.

Und das bedeutet auch Nachhaltigkeit: Geregelte monatliche Rücklagen garantieren die Solvenz des Vereins für nötige Instandhaltungen. Das auch in Treysa leider zu oft zu beobachtende „Abwohnen“ der Immobilie mit einhergehendem Renovierungsstau und letztendlich Verfall der schönen Fachwerkhäuser wird nahezu ausgeschlossen, meint Schlamann.

Regelmäßige Treffen des Vereins finden in der Regel jeden 1. Montag und 3. Freitag im Monat statt und sind für Interessierte offen. Anmeldung unter

info@wohnhof-treysa.de

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