Verpuffung an Tankstelle in Schwalmstadt

Berufungsverfahren in Marburg endet mit Strafbefehl

Symbolbild der Justizia mit verbundenen Augen
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Symbolbild der Justizia mit verbundenen Augen

Vor drei Jahren kam es in Schwalmstadt an einer Tankstelle am Gastank eines Wohnmobils zu einer Verpuffung beziehungsweise Explosion. Nach dem Amtsgericht beschäftigte sich nun das Landgericht in Marburg mit dem Vorfall.

Marburg/Schwalmstadt. Bei dem Prozess in Marburg Dabei ging es aber weniger um das Ereignis an sich, sondern vielmehr um den Einspruch gegen einen vom Amtsgericht bestätigten Strafbefehl in der Sache. Die Berufungsverhandlung am Landgericht fand jedoch ein schnelles Ende – der Angeklagte war nicht erschienen. Eine Parallele zum Prozess vor dem Amtsgericht, auch damals kam der Mann nicht zur Verhandlung.

Rückblick: Im Juni 2018 war an einer Tankstelle in der Schwalm der Gastank am Wohnmobil des Angeklagten laut Anklage explodiert. Das Ganze sei aber „sehr glimpflich“ ausgegangen, wie Oberstaatsanwalt Ulf Frenkler aus seiner Aktenkenntnis berichtete. Wobei glimpflich durchaus relativ zu verstehen ist. Bei der Gasexplosion – die vor Ort eingesetzte Feuerwehr sprach damals von einer Verpuffung – war eine Frau verletzt worden (HNA berichtete).

Wie die Polizei 2018 ermittelte, hatte der Fahrer das Wohnmobil an der Gastanksäule betankt. Während der Mann bezahlte, kam es zur Explosion. Begleitet von einem großen Knall wurden durch die Druckwelle einige Scheiben des Fahrzeugs aus ihrer Halterung gerissen. Die verletzte Beifahrerin musste vom Rettungsdienst in das naheliegende Asklepios-Klinikum gebracht werden.

Angeklagter erschien nicht zum Prozess

Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte bekämpften Ersthelfer einen in Folge der Explosion entstandenen Kleinbrand mit Feuerlöschern und schoben das Wohnmobil anschließend mit vereinten Kräften aus der unmittelbaren Gefahrenzone im Tankstellenbereich. Um weitere Gefahren ausschließen zu können, kontrollierte die alarmierte Feuerwehr das beschädigte Fahrzeug mithilfe einer Wärmebildkamera und einem Gasmessgerät. Die Retter fingen auch den durch die Explosion verschreckten Hund des Paares wieder ein.

Nach Ende der Ermittlungen der Kriminalpolizei war gegen den Angeklagten ein Strafbefehl ausgesprochen worden. Den hatte der Mann nicht hinnehmen wollen und Einspruch eingelegt. Also landete der Fall zunächst vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt.

Wie Staatsanwalt Frenkler in der Verhandlung vor dem Landgericht Marburg weiter berichtete, habe der Angeklagte am Abend vor der Verhandlung eine Mail ans Amtsgericht Schwalmstadt geschickt: Er sei positiv auf Corona getestet worden und müsse in Quarantäne, angeblich belegt von einem Arzt aus Norddeutschland.

Gericht bestätigt Strafbefehl

Das Amtsgericht hatte daraufhin den Einspruch gegen den Strafbefehl verworfen. Damit aber nicht genug: Der Angeklagte ist in Berufung gegangen. So kam es jetzt zur Verhandlung am Marburger Landgericht.

Es sollte lediglich geklärt werden, ob es vonseiten des Amtsgerichts in Schwalmstadt rechtens war, den Einspruch zu verwerfen. Der damalige Richter und der Angeklagte sollten als Zeugen vernommen werden. Nachdem der Mann aber diesmal zweifellos unentschuldigt fehlte, beantragte Oberstaatsanwalt Frenkler, die Berufung zu verwerfen.

Das Gericht unter Vorsitz von Beate Mengel, Vize-Präsidentin des Marburger Landgerichts, gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt. Nun ist der Strafbefehl also rechtskräftig, der Angeklagte hat außerdem die Kosten der Berufung zu tragen. (Beatrix Achinger und Matthias Haass)

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