Parlament Willingshausen schafft klare Verhältnisse

Wehren fusionieren nicht

Auch wenn das Thema Feuerwehrfusion vom Tisch ist, werden die Wehren aus Steina und Trutzhain auch zukünftig eng zusammenarbeiten. Unser Archivbild zeigt Trutzhainer Einsatzkräfte bei einer Übung in Steina.
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Auch wenn das Thema Feuerwehrfusion vom Tisch ist, werden die Wehren aus Steina und Trutzhain auch zukünftig eng zusammenarbeiten. Unser Archivbild zeigt Trutzhainer Einsatzkräfte bei einer Übung in Steina.

Es wurde lange nachgedacht, geplant, geprüft: Die feste Zusammenarbeit der benachbarten Wehren von Steina und Trutzhain schien eine hervorragende Idee zu sein. Wirklichkeit wird sie aber nun nicht.

Trutzhain/Steina – Die Fusion der beiden Feuerwehrem Steina und Trutzhain ist erst einmal vom Tisch. In ihrer vergangenen Sitzung zogen Willingshausens Gemeindevertreter einen Schlussstrich unter das interkommunale Projekt. Der Gemeinde Willingshausen liege bis heute keine eindeutige Stellungnahme der Stadt Schwalmstadt zu der Angelegenheit vor, so die Erläuterungen zur Beschlussvorlage.

Die Fusion hätte eine Chance der interkommunalen Zusammenarbeit sein können, erklärt Willingshausens Bürgermeister Heinrich Vesper: „Die Feuerwehren brauchen auf beiden Seiten aber jetzt klare und schnelle Entscheidungen. Diese hat es bisher leider nicht gegeben.“

Bürgermeister Schwalmstadt

Die Unterschiede zwischen den beiden Kommunen seien aus seiner Sicht zu groß für eine gemeinsame Lösung, und deshalb habe die Gemeinde Willingshausen diese Entscheidung jetzt getroffen, so Vesper weiter.

Er sehe diese Entwicklung beziehungsweise Entscheidung nicht als problematisch an, sagt Vesper: „Dadurch wird sich an der bisher schon praktizierten sehr guten Zusammenarbeit zwischen der Stadt Schwalmstadt und der Gemeinde Willingshausen und im Besonderen den beiden Feuerwehren Trutzhain und Steina nichts ändern.“

Noch keine Grundsatzentscheidung vorgelegt für Fusion der beiden Wehren

Kurios: Als Willingshausen Gemeindevertreter den Fusionsplänen eine Absage erteilten, teilte Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhard in der zeitgleich stattfindenden Stadtverordnetenversammlung in Ziegenhain mit, dass man in Trutzhain noch auf der Suche nach dem Standort für ein neues Feuerwehrhaus sei – kein Wort von den aktuellen Plänen der Nachbarkommune.

Stefan Pinhard

Auf schriftliche Anfrage unsere Zeitung teilte der Bürgermeister mit, dass der Stadtverordnetenversammlung bezüglich der „Fusion der beiden Wehren“ noch keine Grundsatzentscheidung als Beschlussvorlage vorgelegt worden sei, da auf Wunsch der Schwalmstädter Politik im Vorfeld unter anderem nochmals geprüft werden sollte, inwieweit nicht doch Standortalternativen für ein gemeinsames Feuerwehrhaus auf einem Grundstück innerhalb der Gemarkungsgrenzen von Trutzhain existieren.

„Die Prüfung dieser Standortvarianten ist aktuell noch nicht vollständig abgeschlossen. Sobald hier Alternativen vorliegen, kann dies in einen Grundsatzbeschluss aufgenommen werden“, schreibt Pinhard.

In Steina werden Tatsachen geschaffen

Schon Ende 2020 sprach Schwalmstadts Rathauschef gegenüber unserer Zeitung von der Notwendigkeit eines Grundsatzbeschlusses – acht Monate später ist davon noch immer nichts zu sehen. Und zumindest was die Fusion angeht nicht mehr notwendig.

In Steina werden – in Rücksprache mit Gemeindebrandinspektor und Wehrführung – jetzt jedenfalls Tatsachen geschaffen.

Das Feuerwehrhaus Steina sei baulich in einem guten Zustand, die Anforderungen des technischen Prüfdienstes und der Unfallkasse Hessen könne man mit relativ wenig Mitteln (ca. 10 000 Euro) kurzfristig umsetzen, erklärt Heinrich Vesper gegenüber der HNA: „Die Feuerwehr Steina ist einsatzfähig. In der Kinder- und Jugendarbeit wird die Zusammenarbeit mit unseren gemeindlichen Feuerwehren verstärkt. Wir hoffen, so auch die personellen Probleme der Zukunft zu lösen.“ Wie es in Trutzhain weitergehen wird, darüber machte Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhard keine weiteren Angaben. (Matthias Haass)

Das sagt die Feuerwehr: In Trutzhain fehlen Informationen

Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe man keine offiziellen Informationen seitens der Stadt Schwalmstadt oder der Feuerwehrführung Schwalmstadt zum Sachstand des Themas Feuerwehrfusion bekommen. Man sehe nach der Ablehnung der Fusion in der Gemeinde Willingshausen die Stadt Schwalmstadt in der Pflicht, sehr zeitnah alternative Lösungen zu erarbeiten. Außer dem Problem eines neuen Feuerwehrhauses stehe die Frage der Ersatzbeschaffung eines Löschfahrzeuges im Raum, erklären die Trutzhainer Brandschützer. Aktuell hat die Wehr ein 30 Jahre altes Ersatzfahrzeug (die HNA berichtete).

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