Esel, Ochse und Schaf gehören zum Fest

Weihnachten an der Krippe

Das Schaf als Sinnbild für den verlorenen Menschen, der durch seinen Hirten wieder auf den richtigen Weg gebracht wird. Uns er Bild zeigt Louis Dörhöfer mit Lotte und Wuschel.
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Das Schaf als Sinnbild für den verlorenen Menschen, der durch seinen Hirten wieder auf den richtigen Weg gebracht wird. Uns er Bild zeigt Louis Dörhöfer mit Lotte und Wuschel.

Jeder kennt Krippe aus der Weihnachtsgeschichte. Auch in Schwalmstadt sind die typischen Tiere zu finden.

Schwalmstadt. Mit stoischer Gemütlichkeit und ausgesprochener Ruhe mampft Esel „Ricky“ dieser Tage seine Ration Heu im Stall oder dreht die ein oder andere Runde auf seiner Koppel am Rande der Wolfshain-Siedlung. Der über 30 Jahre alte Esel wird von seinen Angehörigen der Familie Gimbel besonders geliebt und von den Vorbeifahrenden vermisst, wenn er mal nicht aus der Stalltür blickt.

Esel

Würde der Esel als Figur in den Weihnachtskrippen fehlen, würden die Betrachter auch dort etwas vermissen. Schon im frühen Christentum sind Ochs und Esel Bestandteil von Krippendarstellungen und ab dem 4. Jahrhundert werden Ochs und Esel auch in mittelalterlichen Fresken und auf bemalten Kirchenfenstern gezeigt.

Doch im Lukas-Evangelium, das die Weihnachtsgeschichte erzählt, ist von den Tieren im Stall keine Rede. Lediglich der Stall und die Futterkrippe werden erwähnt.

Der Esel

Allerdings gehen Historiker davon aus, dass die Krippentiere auf das Alte Testament anspielen und die Tiere auf einen Vers des Propheten Jesaja anspielen: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.“ In der antijudaistischen Deutung galt der Ochse als ein reines und der Esel als unreines Tier. So wurde der Ochs auch als Sinnbild für das Volk der Juden verwandt, der Esel für das Volk der Heiden, das aber im Gegensatz zum Volk Israel seinen Herrn erkenne.

Ochse

Der Ochse war ursprünglich Symbol des Lasttieres und der Esel stand für königliche Abstammung, weshalb Jesus auch auf einem Esel in die Stadt Jerusalem einreitet. In der Volksfrömmigkeit sollten die Tiere den Menschen Vorbild sein, da sie ihren Herrn kennen würden. Zudem waren Ochs und Esel über Jahrhunderte für den Menschen unverzichtbar bei der Feldarbeit.

Gemeindereferentin Gabi Döll erinnert sich an ein Krippenspiel mit Kommunionkindern in Trutzhain. Einige Kinder hätten damals keine der klassischen Krippenspielrollen wie Maria und Josef, Hirte oder Engel haben wollen und plädierten für eine Rolle als Ochs und Esel. So wurden die Textzeilen kurzerhand um Ausdrücke wie „Dummer Esel“ und „Du Hornochse“ ergänzt und sorgten für manch Schmunzeln bei den Krippenspielbesuchern.

Esel und Ochse sind spätestens seit dem 4. Jahrhundert wichtige Elemente der Krippendarstellung. Der Bulle auf unserem Bild gehört Martin Wahl aus Allendorf, der Esel der Familie Gimbel. Das Grautier hört auf den Namen Ricky.

„Die beiden streitenden Stalltiere fanden in der Freude und im Frieden über das freundliche Lächeln des neugeborenen Christuskindes jedoch wieder zueinander. Sie erkannten, dass sie das Kind in der Krippe vereint braucht, um es zu wärmen“, erklärte Gabi Döll. Ochs und Esel seien damit ganz nah an der Botschaft von Christi Geburt.

Schaf

Auch Schafe dürfen in klassischen Krippendarstellungen nicht fehlen. Im Alten Testament steht das Schaf meist im Kontext des Opferlammes, wohingegen im Neuen Testament das Schaf Sinnbild für den verlorenen Mensch sei, der durch seinen Hirten wieder auf den richtigen Weg gebracht wird. Schafe werden im Lukas-Evangelium schon erwähnt, denn es sind die Hirten auf dem Feld, denen als erste die Frohe Botschaft von der Geburt des Jesukindes vom Engel überbracht wurde.

Schafe stehen in den Krippendarstellungen nicht für das dumme Schaf, sondern sind Symbol für die anvertrauten Gläubigen, die sich auf Jesus, der oft als guter Hirte dargestellt wird, verlassen können.

Die Schafe Lotte und Wuschel können sich auf ihren kleinen Hirten Louis Dörhöfer verlassen. Der kleine Allendörfer bekam die Schafe einst von Freunden zur Erstkommunion geschenkt und ließ seine Schäfchen als Kommuniongeschenk einst gar von Pfarrer Michael Brüne segnen.

Einen Platz in der Weihnachtskrippe hat Lotte deshalb zwar noch nicht ergattern können, doch erfreuen sich Spaziergänger beim Anblick der wolligen Gesellen immer wieder gerne. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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