Ein-Euro-Jobs und Bürgerengagement

Debatte um Schwalmstädter Stadtbild: Wer macht den Dreck weg?

Kippen, Müll, Unkraut: Das Foto entstand am Freitagmittag in der Treysaer Bahnhofstraße. Darüber, wie es in Schwalmstadt auf Straßen und an Plätzen gepflegter werden kann, wird derzeit stark diskutiert.
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Kippen, Müll, Unkraut: Das Foto entstand am Freitagmittag in der Treysaer Bahnhofstraße. Darüber, wie es in Schwalmstadt auf Straßen und an Plätzen gepflegter werden kann, wird derzeit stark diskutiert.

Eine lebhafte Debatte ums an vielen Stellen ungepflegte Stadtbild löste am Donnerstagabend im Stadtparlament ein Antrag der Freie Wähler (FW) aus, Titel „Sauberes Schwalmstadt“.

Schwalmstadt – In den Ausschüssen soll nun intensiv daran gearbeitet werden, wie man die öffentliche Verwahrlosung besser in den Griff bekommen könnte. Für die FW hatte Christian Herche dafür geworben, mit dem Jobcenter wegen des Einsatzes von Ein-Euro-Jobbern Kontakt aufzunehmen. Zum Beispiel in Borken und in Neustadt gebe es damit gute Erfahrungen, doch Schwalmstadt habe eine Infoveranstaltung der Behörde ausgeschlagen.

Herche lobte den kürzlichen Reinemacheinsatz in Ziegenhain und unterstrich, dass von mehr Bürgermotivation bis zu Patenschaften für einzelne Punkte wie Baumscheiben oder Grüninseln vieles Erfolg verspreche. Im Antrag der FW wird zudem die Überarbeitung der Einsatzplanung des Bauhofs und Entwicklung eines neuen Stadtpflege- und Mähplans vorgeschlagen.

Bürgermeister Stefan Pinhard befand, die Stadt stehe durchaus in Verbindung mit dem Jobcenter, „das wird schon gelebt“.

CDU-Fraktionschef Karsten Schenk erinnerte daran, dass seine Fraktion schon vor mehr als zehn Jahren einen Ideenkatalog vorgelegt habe. Zur jüngsten Aufräumaktion in der Festungsstadt sagte Schenk, dass 13 von 4000 Bürgern an einem Vormittag natürlich nicht alles erledigen könnten. Sehr enttäuschend sei es, wenn gesäuberte Bereiche nach kürzester Zeit erneut vermüllt sind.

Für die SPD erteilte Daniel Helwig dem Einsatz von Ein-Euro-Jobbern eine Absage, wenn sie nicht qualifiziert angeleitet werden. Für die 20 Hilfskräfte unter der Regie des Vereins Arbeit und Bildung sei das gewährleistet. Ähnlich Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Linke), es sei „unwürdig, wenn andere unseren Dreck“ beseitigen müssten, es sei denn, die sozialpädagogische Begleitung sei gegeben. Sie fand aber auch, dass es sehr ungepflegte Stellen gebe, zum Beispiel das Haus für Gemeinschaftspflege. Ruth Engelbrecht, Grünen-Sprecherin, trat für mehr Blumen- und Kräuterwiesen mit weniger Pflegeaufwand ein. (Anne Quehl)

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