Wollte Grabstein für Mutter kaufen

Zwei Jahre Haft auf Bewährung für Wiederholungstäter

Treysa. Nach weniger als einer Stunde fiel das Urteil im Fall eines Mannes aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Vor Gericht stand ein Langzeit-Arbeitssuchender.

Der Mann gestand bereits zu Beginn der Verhandlung sowohl Drogenbesitz als auch -handel ein und gab sich reumütig.

Der Mann saß nicht zum ersten Mal auf der Anklagebank. „Die Drogen ziehen sich ja seit 2004 durch Ihr Leben“, fasste der Richter zusammen. Bereits 2004 und 2009 gleich zwei Mal war der Mann aus Homberg wegen Drogenbesitz und -handel verurteilt worden. 2009 erhielt er eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Trotzdem konnte er den Drogen nicht auf Dauer fernbleiben. Der Richter fragte den Mittdreißiger, ob er mit dem Handel begonnen habe, da es auf dem Betäubungsmittelmarkt eine Lücke gegeben habe. Doch das bestritt der Angeklagte.

Erste Hinweise auf den Handel ergaben sich bei einer vertraulichen Vernehmung, erklärte ein Polizeibeamter der als Zeuge aussagte. Daraufhin begann die Polizei mit einer Observation. Am 31. Januar diesen Jahres erfolgte der Zugriff. Der Angeklagte wurde mit einem Kunden aufgegriffen, der zehn Gramm Amphetamin (sogenanntes Speed) und zehn Gramm Marihuana bei sich trug. Der Beklagte sei bei der Festnahme kooperativ gewesen und habe die Beamten zu seinem Versteck in der Wohnung eines Nachbarn geführt.

Dort wurden 673 Gramm Marihuana und 732 Gramm Amphetamin gefunden. Auch hatte er kleinere Mengen beider Drogen bei sich und in seiner Wohnung. Der Angeklagte gab an, die Rauschmittel in Frankfurt gekauft zu haben. Seine Hinweise waren laut dem Polizisten jedoch zu dürftig, um weiterzuermitteln.

Der Angeklagte gab als Motiv an, er habe seiner vor 17 Jahren verstorbenen Mutter einen Grabstein kaufen wollen. Dieses Motiv spielte bei der Urteilsfindung allerdings keine Rolle. Vielmehr wirkte sich die Kooperation des Täters mit den Behörden und sein Geständnis strafmildernd aus. Der Richter ging bei seinem Urteil aber über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß noch hinaus. Zwei Jahre Freiheitsstrafe wurden zu vier Jahren Bewährungsstrafe ausgesetzt. In dieser Zeit muss der Angeklagte sich acht Drogentests unterziehen. Außerdem muss er 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. (mia)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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