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Schwalm: Winterurlaub im Fassdorf

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Von: Matthias Haaß

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Winteridylle am Dorfrand von Allendorf an der Landsburg. Seit Frühjahr betreibt die Landwirtfamilie Ziegler dort ein ganz besonders Feriendorf. Urlauber können in Fässern schlafen. Auch im Winter hat die Nachfrage nicht nachgelassen.
Winteridylle am Dorfrand von Allendorf an der Landsburg. Seit Frühjahr betreibt die Landwirtfamilie Ziegler dort ein ganz besonders Feriendorf. Urlauber können in Fässern schlafen. Auch im Winter hat die Nachfrage nicht nachgelassen. © Regina Ziegler-Dörhöfer

Winteridylle am Dorfrand von Allendorf an der Landsburg. Seit Frühjahr betreibt die Landwirtfamilie Ziegler dort ein ganz besonders Feriendorf. Urlauber können in Fässern schlafen. Auch im Winter hat die Nachfrage nicht nachgelassen.

Allendorf/L. – Das Fassdorf der Familie Ziegler in Allendorf an der Landsburg hat sich in kürzester Zeit vom Geheimtipp zum Erfolgsmodell entwickelt. Das Interesse an dem Projekt ist riesengroß. Ein auf der Facebook-Seite der HNA Schwalm-Eder geteilte Artikel erreichte im Frühsommer gut 170 000 Personen. Grund genug, den etwas anderen Ferienpark in der Schwalm noch einmal zu besuchen.

Winterpause gibt es nicht

Dabei gibt es auch gleich eine Überraschung: Eine Winterpause gibt es nicht. Selbst an einem kalten Dezemberwochenende sind die Fässer besetzt. Gäste aus nah und Fern nehmen sich eine Auszeit und genießen die Ruhe am Ortsrand. Wer Gemeinschaft sucht, trifft sich im großen Aufenthaltsraum, einem ehemaligen Fahrsilo.

Winterurlauber: Kevin Flach (13) hat mit seinem Vater Maik Flach und Schwester Selina (8) schon zum zweiten Mal im Fassdorf geschlafen.
Winterurlauber: Kevin Flach (13) hat mit seinem Vater Maik Flach und Schwester Selina (8) schon zum zweiten Mal im Fassdorf geschlafen. © Matthias Haaß

Dazu zählen auch Maik Flach aus Wiera und seine beiden Kinder Kevin und Selina. Bei der Stippvisite der HNA haben die drei gerade ein Fass bezogen und packen das Monopolyspiel aus. Das Trio ist nicht zum ersten Mal da. In den Sommerferien waren die Fässer in Allendorf/L. schon einmal Ziel einer Fahrradtour. Die Übernachtung in den Fässern sei in bisschen wie Zelten, findet Kevin: „Alles cool.“ Dieser Meinung sind auch Joscha, Marijan und Milene. Die drei Richter-Kinder aus Südhessen machen mit Mama Melanie und Papa Daniel ebenfalls zum zweiten Mal Kurzurlaub in der Schwalm. „Man schläft wie in einer Höhle“, findet der fünfjährige Joscha und macht es sich mit Saft und Kuchen am Tisch bequem. Es sei ein völlig anderes Lebensgefühl, ähnlich wie Camping, meint Melanie Richter.

Auf unserm Bild sieht man die Familie Richter aus Flörsheim am Main: Joscha (8), Marijan (11) Milene (8) und die Eltern Melanie und Daniel.
Winterurlaub im Fassdorf: Auf unserm Bild sieht man die Familie Richter aus Flörsheim am Main: Joscha (8), Marijan (11) Milene (8) und die Eltern Melanie und Daniel. © Matthias Haaß

Betreiber sind zufrieden

Die Familie aus Flörsheim am Main war in den Osterferien die ersten Nutzer der kleinen Ferienanlage in der Schwalm. Für die Richters aus dem Rhein-Main-Gebiet zählt einerseits die Ruhe, aber andererseits auch die Abwechslung, die der Bauernhof der Familie Ziegler insbesondere für Kinder bietet. Da könne man auch mal direkt nach der Ankunft gemeinsam mit der Familie Ziegler mit dem Traktor in den Wald fahren und einen Weihnachtsbaum holen, berichtet Vater Daniel Richter und seine Frau ergänzt: „Mehr oder weniger Urlaub auf dem Bauernhof.“ Die Nähe zur Natur ist auch Maik Flach wichtig. Seine Kinder sollen etwas erleben.

Nach ihrem ersten Aufenthalt im Frühling sei es völlig klar gewesen, noch einmal wiederzukommen, berichten die fünf Flörsheimer und fügen lachend an: „vom Winter lassen wir uns nicht abhalten.“

Trotz kalter Außentemperaturen ist es in den Fässern angenehm warm. Die eingebaute Infrarotheizung heizt den kleinen Raum auf gut 20 Grad. Sie hätten zum Test auch schon bei minus acht Grad in einem Fass geschlafen, berichtet Regina Ziegler-Dörhöfer lachend: „Wer möchte, kann sich auch noch eine Decke nachholen.“

Betreiberfamilie Ziegler ist mit der Resonanz der Besucher für ihre Fasshäuser mehr als zufrieden. „Es ist total schön, man kann es nicht anders sagen“, sagt Thomas Ziegler.

Erweiterung ist nicht geplant

Der Zuspruch habe sie selber überrascht, erzählt Ehefrau Regina: „Wir hatten schon Familientreffen, dann war das ganze Dorf ausgebucht.“ Seit der Eröffnung des Fassdorfes sei man durchgehend ausgebucht gewesen, so das Ehepaar. Nicht nur Familien nutzen die Anlage für Ferien oder verlängerte Wochenende, auch Handwerker oder Vertreter bleiben für eine Nacht und genießen das ruhige Umfeld. Wohlgemerkt ruhig, aber nicht abgeschieden, sondern zentral in Deutschland und dank A 49 gut zu erreichen. Stuttgart, München – die Leute kommen aus ganz Deutschland, wie ein Blick auf die Kfz-Kennzeichen verrät. Das Angebot hat offenbar einen Nerv getroffen. „Viele kommen erst einmal zum Probieren und dann noch einmal, um länger zu bleiben.“ Trotz des Erfolgs plant die Landwirtsfamilie keine Erweiterung des Fassdorfes.. „Höher, schneller, weiter ist nicht immer der richtige Weg“, gibt Thomas Ziegler zu bedenken.

Homepage: hof-ziegler.com

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