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Schwälmer Tafel an der Kapazitätsgrenze angekommen

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Menschen warten in den Räumen der Tafel Ziegenhain auf Lebensmittel
An ihrer Kapazitätsgrenze: In der Tafel in Ziegenhain, hier eine Archivaufnahme, werden aktuell 430 Menschen mit Lebensmitteln unterstützt, darunter auch 40 Geflüchtete aus der Ukraine. © Anne Quehl

Schwalm-Eder. Lebensmittelknappheit, Coronaausfälle in den eigenen Reihen, personelle Engpässe – und deutlich mehr Kunden in ohnehin schwierigen Zeiten: Das sind die großen Probleme, vor der auch die Schwälmer Tafel steht.

Schwalmstadt. „Seit voriger Woche ist der Ansturm von ukrainischen Flüchtlinge riesig. Wir haben zunächst eine Art Notversorgung eingerichtet“, erläutert Erika Unger von der Schwälmer Tafel. Zum regulären Betrieb komme die Anmeldung hinzu. Hierfür reiche eine Meldebescheinigung und ein ukrainischer Pass, dann bekämen die Menschen eine Kundenkarte, die sie berechtige, alle 14 Tage im Laden Lebensmittel abzuholen. Hier könne man aktuell aber meist nur auf haltbare Lebensmittel zurückgreifen: „Das Spendenaufkommen ist insgesamt rückläufig, die Supermärkte bestellen gezielter. Vor allem Milchprodukte erhalten wir kaum“, erklärt Unger.

Neben der Koordination stellt die Sprache eine weitere Hürde für die Helfer dar. „Es gab eine kurze Info mit wichtigen Begriffen vom Bundesverband, aber wir sind da doch weitgehend auf uns allein gestellt“, berichtet die Treysaerin. Man helfe sich mit Piktogrammen, also Symbolen, viele Geflüchtete hätten Übersetzungsprogramme auf ihren Smartphones, „ansonsten geht es auch mit Händen und Füßen“. Sehr entgegenkommend seien viele russisch sprechende Kunden, auch sie böten Übersetzung an.

Mitarbeiter hoffen auf Unterstützung

Die Schwälmer Tafel ist mit weiteren 40 Menschen, die in den vergangenen Tagen aufgenommen wurden, nun an ihrer Kapazitätsgrenze, was die Versorgung angeht. 430 Menschen werden hier unterstützt. Aktuell ist eine Warteliste eingerichtet. In der Schwalm seien Geflüchtete in Frielendorf, Neukirchen, Oberaula und im Kreiskirchenamt Ziegenhain untergebracht, erklärt Erika Unger – viele größere Familien. Und teils kämen die Menschen wirklich mit den Worten: „Wir haben nichts zu essen.“ Deshalb werde man in der Schwälmer Tafel jetzt auch Kisten vorpacken, um den Ansturm weiter bewältigen zu können. „Darin finden sich haltbare Lebensmittel, die wir je nach Spenden mit frischen Lebensmitteln auffüllen“, erläutert Unger. Ob die Geflüchteten diese Lebensmittel überhaupt dort, wo sie untergebracht seien, verarbeiten könnten, sei fraglich: „Hat eine Familie beispielsweise nur eine Kochplatte, wird es schwierig.“

Insgesamt ist der Kraftakt nur dank einer guten personellen Situation leistbar: „Da geht ein ganz großes Lob ans gesamte Team“, sagt die Koordinatorin. Insgesamt sei man bis jetzt auch gut durch die Pandemie gekommen, bis Ende April mache man aber weiterhin vom Hausrecht Gebrauch: „Kunden und Mitarbeiter müssen eine FFP2-Maske tragen.“ Auch vergebe man Zeitfenster, so dass möglichst nur ein Kunde im Laden sei.

Jetzt hoffe man auf Unterstützung vom Diakonischen Werk, hier habe man sehr deutlich gespiegelt, dass sie dringend nötig sei. (Sandra Rose)

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