Wurzelkinder am Wegesrand

Florshain: Ingrid Gömpel kreiert Szene aus Kinderbuchklassiker

Zauberhafte Szene am Wurzelweg: von links Ingrid Gömpel, Ulrich Dembkowsky (71) und Christine Dorweiler an der Höhle. Dargestellt ist die herbstliche Rückkehr zu Mutter Erde.
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Zauberhafte Szene am Wurzelweg: von links Ingrid Gömpel, Ulrich Dembkowsky (71) und Christine Dorweiler an der Höhle. Dargestellt ist die herbstliche Rückkehr zu Mutter Erde.

Im Wald bei Florshain gibt es kleine Attraktionen - ein Wurzelkinder-Ensemble- die Spaziergänge noch lohnenswerter machen. Die Initiative kam vom Verein Heimat und Brauchtum Florshain.

Florshain. Wieder hat der Wurzelweg am Lind in Florshain eine kleine Attraktion, die es lohnt, sie sich anzusehen. Der Verein Heimat und Brauchtum Florshain (HBV) signalisierte im Frühling, dass man nach dem Projekt Hasenschule (HNA berichtete) und weiteren künstlerischen Aktionen gerne neue kreative Vorschläge zur Gestaltung des Wurzelweges entgegennähme.

Ingrid Katharina Gömpel, gebürtige Florshainerin und Mitglied des Vereins, hatte die Idee, die Figuren aus dem schon über 100 Jahre alten Kinderbilderbuch „Etwas von den Wurzelkindern“ von Sybille von Olfers (Hintergrund) zum Leben zu erwecken und am Wurzelweg an prominenter Stelle aufzubauen.

Nach einer Ortsbegehung mit dem Vereinsvorstand und einigen weiteren Mitgliedern des HBV traf die Wahl auf eine gut sichtbare Baumwurzel, unter der eine Höhle als passende Kulisse für die Exponate angelegt wurde.

„Ich wollte mir einen Traum verwirklichen“, erläutert Ingrid Gömpel. Als frühere Lehrkraft für Ergotherapie an der Hephataschule in Cölbe hatte sie schon ihre damaligen erwachsenen Schüler mit Verve und Leidenschaft im kreativ-gestalterischen Bereich unterrichtet und konnte jetzt im Ruhestand – mit mehr Zeit und Muße – eigene Ideen umzusetzen.

Bilder sollen im Jahresverlauf gestaltet werden

Die wunderhübschen Figuren im Detail: Mutter Erde und zwei ihrer Wurzelkinder.

Bewandert in Bearbeitungstechniken unterschiedlichster Materialien, entschloss sie sich, sehr unkonventionelle Werkstoffe für ihre Figuren zu verwenden. „Insbesondere scheinbar nutzlose Abfallprodukte habe ich zur Gestaltung der Figuren gesucht und gefunden“, erzählt sie. Während Köpfe, Hände und Füße noch aus Ton modelliert und dann glasiert wurden, verwendete sie zur Gestaltung der Körper alte Kupferölleitungen und umwickelte diese mit in Streifen geschnittener Noppenfolie zur Formgebung der Körperproportionen. Alte Frotteebettbezüge lieferten den Rohstoff für die Kleidung.

In Tauchbeton getränkt und den Körpern angepasst, entstand nach der Trocknungsphase somit eine wetterfeste Hülle. „Dann habe ich die Figuren bunt bemalt, Köpfe, Hände und Füße ergänzt und fertig waren Mutter Erde und die sieben Wurzelkinder“, freut sich die 70-jährige. „Jede der kleinen Figuren erforderte einen Arbeitsaufwand von 20 bis 25 Stunden“, ergänzt die Künstlerin. Vor wenigen Tagen wurde die Höhle mit Hilfe von Ulrich Dembkowsky und Wolfgang Schütz, beide aus dem HBV-Vorstand, und Ingrid Gömpels Lebensgefährten Heinrich Rasner fertiggestellt, die Wurzelkinder wurden platziert. Ebenso gestalteten sie das Höhlenumfeld kreativ, Unterstützung kam dabei von Heinrich Rasner und Ingrid Gömpels Freundin Christine Dorweiler.

Somit kann das wunderschön gestaltete Wurzelkinder-Ensemble ab sofort auf einem Spaziergang am Wurzelweg bei Florshain besucht werden. Im nächsten Frühjahr soll, der literarischen Vorlage entsprechend, eine jahreszeitlich angepasste Umgestaltung der Exponate folgen. Das derzeitige ist das Herbstbild, im Buch heißt es: „Da kommt der Herbst mit Sturm und Wind, treibt sie zur Mutter heim geschwind. „Geh´ nun zu Bett, du kleine Schar und schlaf dich aus bis nächstes Jahr!“. (Ute-Anemone Lorenz)

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