Große Zeremonie für den guten Zweck

Zapfenstreich mit Fackeln, Pauken und Trompeten

+
Große Zeremonie: Dr. Karsten Heyner (links) beim Großen Zapfenstreich mit der Feuerwehr Schwalmstadt.  

Treysa. Fackeln, Flöten, Pauken und Trompeten: Marschmusik vom Feinsten bot das Blasorchester Schwalmstadt beim gemeinsamen Zapfenstreich mit der Feuerwehr Schwalmstadt auf dem Marktplatz Treysa. Spätestens als die um den Johannisbrunnen versammelten Besucher bei der Nationalhymne zum Schluss miteinstimmten, bot der Abend ein ergreifendes Moment.

Angeführt von Dr. Karsten Heyner, der, weil Udo Seiffert erkrankt war, nicht nur dirigierte sondern auch kommandierte, bot das Blasorchester gefolgt von den Fackelträgern der Feuerwehr ein musikalisch-militärisches Spektakel der besonderen Art, wie es Treysa zuletzt 1979 zum 100. Geburtstag der Feuerwehr in der Lehmenkaute erlebt hatte.

Einer, der schon damals mitgespielt hatte, war Tony Lenz (Willingshausen). „Damals trugen wir Samtjacken, die nachher von den Fackeln Brandflecken hatten“, erinnerte sich der damals zwölfjährige Klarinettist. Ähnliches passierte diesmal glücklicherweise nicht. Dabei war Michael Mönnighoff, Vorsitzender des Blasorchesters, vor der Generalprobe am Donnerstag noch kurz davor, den Zapfenstreich abzusagen. Denn statt der angekündigten über hundert Feuerwehrleute waren nur 52 gekommen, am Samstag waren es schließlich 70. „Trotzalledem – es hat Spaß gemacht, zu spielen“, sagte Lenz. Und trotz des vielen stillen, strammen Stehens waren auch die Mitglieder der Jugendfeuerwehr angetan. „Es war toll“, sagte der Ziegenhainer Lukas Wahlen (10).

„Es ging durch Mark und Bein“, beschrieb Stefan Pinhard den Zapfenstreich kurz nach der Zeremonie. Schwalmstadts Bürgermeister war es, der neben Stadtbrandinspektor Thomas Thiel die aus 40 Musikern und 70 Feuerwehrleuten, unter ihnen Mitglieder der Jugendfeuerwehren und der Einsatzabteilung Schwalmstadts, abnahm. Anlass war der 40. Geburtstag des 1977 gegründeten Blasorchesters, das die Zeremonie zugunsten der Jugendfeuerwehr abhielt. Offenbar hatten Rhythmus und Stimmung den Verwaltungschef so ergriffen, dass jegliche Dankes- oder Glückwunschrede ausblieb. So war das im ursprünglichen Sinn von Streitkräften und Militärmusik gebotene Spektakel nach gut einer halben Stunde beendet.

Wer beim Dämmerschoppen an der Totenkirche vor- und nach dem Zapfenstreich Bratwurst erwartete, wurde enttäuscht. Zur kleinen Stärkung hielt die Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr Getränke und Brezeln bereit, der Rotary Club Schwalmstadt bot Gehaltvolles, Wein und Caipirinha-Bowle. „Das ist unglücklich gelaufen“, so Frank Michel von den Rotariern. „Man hätte mehr daraus machen können“, sagte auch Andreas Gringel, der sich auf einen gemütlichen Abend an der Ruine eingestellt hatte. „Wir wollten hier eigentlich gern noch was essen“, so der Frankenhainer. Da die Musik anders als angekündigt bereits vor Einbruch der Dunkelheit anfing zu spielen, bekam Gringel wie zahlreiche weitere Gäste nur noch einen Bruchteil des Konzerts mit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.