Mann muss sich vor dem Schöffengericht verantworten

Zehn Anklagen: 30-Jähriger legt Teilgeständnis ab

Mit zehn Anklagen begann vor dem Schöffengericht ein Prozess gegen einen 30-jährigen Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis.

Vorm Amtsgericht Schwalmstadt muss sich ein 30-Jähriger wegen zehn Anklagepunkte verantworten.

In zehn Anklageschriften - die teilweise auch mehrere Taten umfassten - warf die Staatsanwältin dem Mann unter anderem Körperverletzung, Nötigung, Bedrohung, Fahren ohne Führerschein, Diebstahl und einen Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz vor. Dabei kamen folgende Taten zur Sprache:

Bedrohung: Im Mai 2019 soll der Angeklagte seine Freundin getreten und geschubst und mit einem Messer bedroht haben. Im Juni 2019 soll er versucht haben, seine Freundin zu schlagen. Außerdem soll er sie lautstark beschimpft haben. Als der Frau zwei Dorfbewohner zu Hilfe kamen, soll er diese bedrohte und als „Bauerntrampel“ beleidigt haben.

Fahren unter Drogen: Im Oktober 2019 soll der Angeklagte unter Einfluss von Drogen mit einem Auto gefahren sein, obwohl ihm im September der Führerschein entzogen worden war.

Diebstahl: Im November soll der Angeklagte eine Tube Klebstoff in einem Baumarkt gestohlen haben. Außerdem soll er ebenfalls im November noch einmal Auto gefahren sein, obwohl sein Führerschein immer noch eingezogen war.

Einbruch: Ebenfalls im November des vergangenen Jahres soll der 30-Jährige in die Wohnung seiner Ex-Freundin eingebrochen sein, die sich kurz zuvor von ihm getrennt hatte.

Bedrohung: Er soll die Frau außerdem mit einem Schraubenzieher bedroht und geschlagen haben. Kurze Zeit später soll er ihr erneut gedroht haben, bei ihr einzubrechen, wenn sie ihm nicht seinen Kindersitz bringe.

Körperverletzung: Seine Ex-Freundin soll daraufhin zu ihm gefahren sein. Dort soll der Angeklagte sie mit der flachen Hand gegen den Kopf geschlagen und versucht haben, sie in seine Wohnung zu zerren. Ein Nachbar soll den Streit gehört und dazwischen gegangen sein. Dessen Freundin soll die Frau dann mit in ihre Wohnung genommen haben.

Nötigung: Daraufhin soll der Angeklagte mehrfach gegen diese Wohnungstür getreten haben und seiner Ex-Freundin per SMS gedroht haben: „Kommt die Polizei, überlebst du es nicht.“

Nötigung: Über Facebook soll der Angeklagte seiner Ex-Freundin geschrieben haben, er wolle sie töten, weil er zuvor ein polizeiliches Kontaktverbot in seinem Briefkasten gefunden hatte.

Fahren ohne Führerschein: Im Dezember 2019 soll der Angeklagte mit seinem Auto mindestens zweimal auf einer öffentlichen Straße gefahren sein, obwohl er immer noch keinen Führerschein hatte.

Fahrt ohne Versicherung: Ebenfalls im Dezember soll der 30-Jährige mit einem Mofa ohne Versicherungsschutz auf einer öffentlichen Straße gefahren sein.

Zeugen werden an weiteren Prozesstag gehört

Der Angeklagte gab nach der Verlesung der Anklagen an, keine Angaben zu den Taten machen zu wollen. Er erklärte, seit Juni verlobt zu sein. Auf die Frage der Richterin, ob die Verlobte die Geschädigte sei, antwortete er: „Ja.“ Er absolviere mit ihr eine Paartherapie, zudem habe er eine Psychotherapie begonnen.

Die Geschädigte machte als Verlobte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Der Angeklagte erklärte sich danach doch bereit, Angaben zu machen und gab einige der Vorwürfe zu. Aufgrund der Fülle der Vorwürfe sprach das Gericht am ersten Prozesstag kein Urteil. In einer weiteren Sitzung sollen Zeugen gehört werden.

Rubriklistenbild: © Anne Quehl

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