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Zeugenabsprache vor Prozess: Kneipenschlägerei ließ sich nicht aufklären

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Zu Handgreiflichkeiten zwischen zwei Gruppen war es bei einem Kneipenbesuch gekommen – der Fall landete vor dem Amtsgericht Schwalmstadt.
Zu Handgreiflichkeiten zwischen zwei Gruppen war es bei einem Kneipenbesuch gekommen – der Fall landete vor dem Amtsgericht Schwalmstadt. © Lea Beckmann

Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt musste sich junger Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, im März letzten Jahres einen 31-Jährigen vor einer lokalen Kneipe ins Gesicht geschlagen zu haben.

Schwalmstadt – Das Verfahren wurde gegen eine Zahlung von 800 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung eingestellt. Was war passiert? Der 21-jährige Beschuldigte bestritt vor Gericht zunächst die Vorwürfe. Er sei an diesem Tag mit einer größeren Gruppe in der Kneipe gewesen, gleichzeitig sei auch der 31-Jährige in einer Gruppe unterwegs gewesen.

In der Kneipe sei es zu einem Streit zwischen seiner Freundin und der Freundin des mutmaßlichen Opfers gekommen. Nachdem der 31-Jährige handgreiflich gegenüber seiner Freundin geworden sei, habe der Wirt beide Freundesgruppen rausgeworfen, berichtete der Beschuldigte.

Vor der Kneipe kam es laut dem 21-Jährigen noch zum Austausch einiger „dummer Sprüche“, den 31-Jährigen habe er aber nicht geschlagen, erklärte der Mann. Vor der Kneipe sei es sehr wohl noch zu einem Aufeinandertreffen gekommen, berichtete das mutmaßliche Opfer. Direkt nachdem er aus der Tür trat, habe er von hinten einen Schlag bekommen. Dabei sei er sich sicher, dass der 21-Jährige der Täter gewesen sei.

Er habe von dem Schlag einen Cut am Ohr, weiter eingeschränkt habe ihn der aber nicht, sagte der 31-Jährige aus. Eine weitere Zeugin bestätigte die Ausführungen des Mannes. Nach der Zeugenaussage wandte sich der Verteidiger an die Richterin: „Ich habe eben vor Prozessbeginn gehört, wie sich die Zeugen untereinander abgesprochen haben. Was ich hier als Aussage gehört habe, wurde vor dem Gerichtsgebäude als Frage in den Raum gestellt.“

Unter den Voraussetzungen könnte er ein Urteil gegen seinen Mandanten nur schwer akzeptieren. Richterin und Staatsanwältin stimmten ihm zu, auch wenn sie die Zeugin bisher als glaubwürdig empfanden. Die Staatsanwältin sprach sich für eine Einstellung des Verfahrens aus, gegen eine Zahlung von 800 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung.

Eine Aufklärung des Vorwurfs sei nicht möglich. Die Richterin und der Angeklagte akzeptierten den Vorschlag. (Philipp Knoch)

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