Bauarbeiten am Gebäude am Alleeplatz

Ziegenhain: Schule besteht nur noch aus Fassade

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Teile des Burek-Kunstwerkes an der Grundschule in Ziegenhain.

Im öffentlichen Raum verschwinden die Spuren des 1975 verstorbenen Künstlers Vincent Burek. Bereits vor zwei Jahren wurde am Schwalmgymnasium im Zuge von Bauarbeiten ein Wandbild zerstört.

Dasselbe Schicksal ereilt jetzt das Kunstwerk an der Schule am Alleeplatz. Darüber hatte der Landkreis in einer Pressemittelung informiert. Noch offene Fragen im Zusammenhang mit dem Umbau der Schule beantwortete der Schulträger jetzt.

Gibt es weitere Probleme beim Umbau der Schule am Alleeplatz?

Die Erfahrungen bei den bisherigen Baumaßnahmen an der Grundschule in Ziegenhain entsprächen denen in vergleichbaren Maßnahmen, erklärt die Kreisverwaltung dazu. „Bemerkenswerte Probleme haben sich nicht ergeben“, so Pressesprecher Stephan Bürger.

An verschiedenen Stellen des Gebäudes wurden Risse in der Fassade und einzelnen Außenwandpfeilern sowie in einer Decke und Querwand festgestellt. Die mit den Sanierungsarbeiten sichtbar gewordenen Schäden sind auf Baumängel, bereits aus der Entstehungsphase des Gebäudes, zurückzuführen. Wurden außer den genannten weitere Schäden entdeckt?

Bislang sind nach Angaben des Schulträgers keine weiteren Schäden festgestellt worden.

Das Gebäude ist entkernt, ein großer Teil einer Fassade muss abgerissen und neu aufgebaut werden. Was ist noch erhalten von dem Gebäude?

Der Baukörper bleibe erhalten, so Bürger. „Lediglich die Außenwand oberhalb des Laubenganges zwischen den beiden äußeren Treppenaufgängen muss entfernt werden.“

Hat in diesem Kontext auch noch einmal eine Überprüfung des Gesamtkonzeptes stattgefunden? Physische Distanz, die wir derzeit einüben, wird als Szenario der Zukunft immer wieder ein Thema sein. Ist, wer heute eine Schule baut, ist nach den Erkenntnissen dieser Tage nicht gut beraten, mehrstöckig zu planen?

Aus den derzeitigen Erfahrungen sei nicht abzuleiten, dass künftig keine mehrstöckigen Schulen mehr errichtet würden. „Diese These ist ohne weitere Erläuterungen nicht nachvollziehbar“, erklärt der Schulträger.

Wie kommt man auf die Idee, eine Mensa für die Freizeitphase einer Ganztagsschule in das Obergeschoss zu bauen?

Die Errichtung der Mensa im Obergeschoss folge den Notwendigkeiten aus den räumlichen Gegebenheiten. Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, wird neben der Aufstockung ein Aufzug eingebaut. Ein Nachteil aus dieser Anordnung ist für die Planer nicht erkennbar.

Wo gibt es in dem Konzept Freiraum und Fläche und eine erkennbare pädagogisch geleitete Inspiration?

In der Schule sind multifunktional nutzbare Räume geplant, so die Kreisverwaltung. Darüber hinaus sei im Außenbereich sowohl vor wie hinter der Schule eine ausreichend große Freifläche geplant, die entsprechend gestaltet und abgegrenzt werde. Die Planungen hat der Landkreis dem Staatlichen Schulamt vor Baubeginn vorgestellt. „Nach Abschluss der Bauarbeiten sollte das Gebäude den aktuellen pädagogi-schen Anforderungen entsprechen“, ist sich der Schulträger sicher. Damit hätten Schulleitung und Lehrkräfte die Möglichkeit entsprechende, pädagogische Konzepte entwickeln zu können.

Wäre mit Blick auf die Zukunft ein größerer Neubau als spätere zentrale Grundschule auch für umliegende Dörfer wie die in Willingshausen zum Beispiel nicht sinnvoller gewesen?

„Nach wie vor ist der Schwalm-Eder-Kreis bestrebt, auch kleinere Grundschulen in den Dörfern zu erhalten. Das Konzept der Kleeblattschule mit Standorten in Niedergrenzebach und Obergrenzebach hat sich aus Sicht des Schulträgers sehr bewährt“, teilt die Landkreisverwaltung mit.

Insoweit bestanden für den Schulträger keine Überlegungen, eine zentrale Grundschule zu errichten.

Die Kreisverwaltung mit Sitz in Homberg erwähnt nicht, dass das „Kleeblatt“ keines mehr ist und in zwei Dörfern Standorte für diese Schule nicht mehr genutzt werden.

VON SYLKE GREDE

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