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Zu Besuch in der Deko-Werkstatt von Katja Hussmüller

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Von: Maike Lorenz

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Pflegerin Yvonne Apicella und Ehemann Boris Franz stehen neben Katja Hussmüller, die im Rollstuhl sitzt. Im Hintergrund ist weihnachtliche Deko zu sehen.
In diesem Raum stellt Katja Hussmüller gemeinsam mit ihrem Team Deko her. Von links Pflegerin Yvonne Apicella, Katja Hussmüller und Ehemann Boris Franz © Maike Lorenz

Katja Hussmüller betreibt in Ziegenhain einen Deko- und Geschenkeladen. In der Weihnachtszeit ist bei ihr viel Betrieb.

Ziegenhain – Wenn es um Deko geht, scheuen Katja Hussmüller (46) und Boris Franz (59) aus Ziegenhain keine Mühe. Deutlich wird das bereits beim ersten Blick in das Wohnzimmer des Ehepaars: In jeder Ecke funkelt und glitzert es weihnachtlich. An den Wänden hängen Dekoringe, die aufwendig mit schwarzen, weißen und silbernen Weihnachtskugeln geschmückt sind. Hinter einer mehrere Meter breiten Vitrine leuchtet der Modellbau eines kleinen weihnachtlichen Dorfes und sogar ein Adventskalender für die beiden Hunde hängt an der Wand.

„Ich gebe die Idee und meine Helfer setzen das um“

Viele dieser Kreationen sind selbstgebastelt. Hussmüller ist seit einem Autounfall 1997 halsabwärts gelähmt, die Deko baut sie deshalb gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrem Pflegeteam. „Ich gebe die Idee und meine Helfer setzen das um“, sagt die 46-Jährige.

Auf diesem Weg sind so zum Beispiel kleine Vasen mit der Inschrift „Die besten Geschenke sitzen am Tisch“ entstanden, die nun im Wohnzimmer des Ehepaares stehen. Katja Hussmüller hatte die Idee, die Vasen mit dem Spruch zu verzieren und ihre Helfer plotteten den Spruch schließlich auf die Vasen.

Alles begann mit einem Werkzeugkoffer

Eine „absolute Dekoliebhaberin“ sei sie immer gewesen, berichtet Hussmüller, doch vor etwa sieben Jahren ist aus der Begeisterung für Schmuck und Deko nach und nach mehr als ein Hobby geworden. Angefangen hat alles damit, dass Boris Franz seiner Frau einen Werkzeugkoffer schenkte.

Katja Hussmüller begann mit Hilfe ihres Teams Schmuck und Deko herzustellen: „Ich habe damit die gesamte Verwandtschaft beschenkt“, erzählt sie lachend. „Da immer noch so viel übrig war, habe ich das dann als Gewerbe angemeldet.“

Einer der Dekoringe und zwei kleine Vasen, die Katja Hussmüller und ihr Team gestaltet haben.
Einer der Dekoringe und zwei kleine Vasen, die Katja Hussmüller und ihr Team gestaltet haben. © Lorenz, Maike

Katja Hussmüller gründete „KatHus Design“ und verkauft ihre Deko seitdem auch an andere. „Es ist mein kleiner Beruf“, sagt die 46-Jährige und ihr Mann ergänzt: „Das Geld ist ein schönes Zubrot für den Urlaub.“

Dekoriert wird bei Katja Hussmüller und Boris Franz zu Hause das ganze Jahr über. Die Weihnachtszeit ist für das Ehepaar dennoch etwas Besonderes. „Im Winter verbringt man mehr Zeit zu Hause als sonst“, sagt Katja Hussmüller. „Da muss es dann einfach schön zu Hause sein.“

Im Winter verbringt man mehr Zeit zu Hause als sonst. Da muss es dann einfach schön zu Hause sein.

Katja Hussmüller

„Hardcore-Basteln“ in der Deko-Werstatt

Auch wenn die Weihnachtszeit noch nicht vorbei ist: Die stressigste Zeit des Jahres hat die Deko-Werkstatt bereits hinter sich. Im November haben Katja Hussmüller und ihr Mann zu ihrem jährlichen kleinen Weihnachtsmarkt eingeladen. Insgesamt 60 bis 70 Leute seien an dem Tag vorbeigekommen und hätten sich bei Waffeln, Glühwein und Würstchen die hergestellte Deko angesehen, berichtet Boris Franz.

Um die Schlüsselanhänger, Schutzengel, Weihnachtskugeln und Vasen, die an diesem Tag verkauft worden sind, herzustellen, haben Katja Hussmüller und ihr Team bereits zwei Monate zuvor mit dem Basteln begonnen. Es musste so viel gebastelt werden, dass die 46-Jährige schmunzelnd auch von „Hardcore-Basteln“ spricht. „Bis zum Tag der offenen Tür haben wir hier einen Ausnahmezustand“, berichtet sie.

Erst jetzt, da der Tag der offenen Tür vorbei ist, käme sie dazu, sich um ihre Geschenke und ihre eigene Weihnachtsdeko zu kümmern, sagt Hussmüller. Langeweile kommt in der Ziegenhainer Deko-Werkstatt deshalb vor Weihnachten ganz bestimmt nicht mehr auf. (Maike Lorenz)

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