Amtsgericht Schwalmstadt

Zu viel Alkohol und Drogen: Bewährungsstrafe für 23-Jährigen wegen sexueller Nötigung

Wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung musste sich ein Mann vor Gericht verantworten.
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Wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung musste sich ein Mann vor Gericht verantworten.

Ein 23-Jähriger stand wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 10. auf den 11. Juli 2018.

Schwalmstadt - Was war in der Nacht passiert? In Schwalmstadt kam es nahe der Bahnhofsstraße zu einer Auseinandersetzung zwischen einem damals 21-jährigen Mann und einer 14-Jährigen. Beide waren zuvor wohl mit einer Gruppe junger Menschen unterwegs. Der junge Mann habe ihr in dieser Nacht seine Liebe gestanden und im Anschluss wohl versucht, sie gegen ihren Willen zu küssen, sagte das Mädchen. Wie das Opfer berichtete, habe er sie außerdem über der Kleidung am Oberschenkel berührt und sie dabei festgehalten. Sie versuchte sich zu wehren und erlitt dabei eine Prellung am linken Handgelenk. Das dokumentierte ein Arzt später in der Notaufnahme.

Zu viel Alkohol und Drogen: „Er wollte sie besitzen“

Auch eine vor Gericht geladene Zeugin bestätigte die Aussage des Opfers, der Angeklagte habe ein aggressives Verhalten gezeigt. Die Zeugin hatte in der Nacht die Hilferufe des Opfers wahrgenommen und war anschließend zum Tatort geeilt. Die 29-jährige Zeugin fand das Opfer zitternd und stark weinend vor. Dies bestätigten auch die beiden Polizeibeamten, die am Tatort eintrafen, nachdem die Zeugin diese alarmiert hatte. Die Zeugin sagte aus, dass der Angeklagte alkoholisiert gewirkt habe: „Er sagte, dass sie ihm gehöre. Er wollte sie besitzen, auch körperlich.“ Auch im Beisein der 29-Jährigen habe er das Mädchen weiter bedroht. Als sich der Polizeiwagen näherte, floh der Angeklagte. Wie die Polizeibeamten berichteten, fanden sie ihn in dieser Nacht nicht mehr. Der Angeklagte ist bereits vorbestraft und gab selbst an, sich an den Abend nicht mehr erinnern zu können. Er sei zu alkoholisiert gewesen.

Zu viel Alkohol und Drogen: Angeklagter zeigt sich reumütig

Er räumte die Tat aber ein und zeigte sich reumütig. Der junge Mann hatte bis vor vier Wochen eine Haftstrafe in der JVA Wiesbaden verbüßt und lebt nun im Schwalm-Eder-Kreis. Er brachte eine Bescheinigung über eine Drogenberatung mit zur Hauptverhandlung. Er sei willig, nun Struktur in sein Leben zu bringen. Diesen Eindruck hatte auch seine ehemalige Bewährungshelferin, die ebenfalls als Zeugin aussagte: „Er hat damals, Anfang 2018, oft Termine nicht eingehalten. Heute ist das anders.“ Er selbst habe jetzt nach seiner Haft den Kontakt zu der Bewährungshelferin gesucht und auch schon einige Dinge selbstständig regeln können.

Zu viel Alkohol und Drogen: Vermindert schuldfähig

Zu der Verhandlung wurde ein Psychiater hinzugezogen. Der Sachverständige diagnostizierte bei dem 23-jährigen Angeklagten sowohl eine Alkohol- als auch eine Cannabissucht. Außerdem leide er durch die Flucht aus seiner Heimat im Alter von 15 Jahren an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Der Gutachter beschrieb den Angeklagten als „angenehme Erscheinung“. Er sei ein hilfloser Mann, der sich zu seinen Taten bekannt habe und sich zukünftig ändern möchte. Er sprach sich für eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten aus. „Er braucht Hilfe.“

Das Gericht verurteilte den Mann zu neun Monaten Freiheitsstrafe sowie zur Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Beides wurde zu vier Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss der 23-Jährige eine stationäre psychiatrische Entzugskur antreten sowie 200 Sozialstunden ablegen.

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