Sammeleinwendung

Zuviel Lärm im Dorf: Steinbruchbetrieb macht Einwohnern zu schaffen

Auf der Suche nach Lösungen: Der Brecher (rechts) und die Asphaltmischanlage verursachen nonstop Lärm in Großropperhausen – und das in der Zeit von 5 bis 22 Uhr, häufig auch samstags.
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Auf der Suche nach Lösungen: Der Brecher (rechts) und die Asphaltmischanlage verursachen nonstop Lärm in Großropperhausen – und das in der Zeit von 5 bis 22 Uhr, häufig auch samstags.

122 Großropperhäuser unterzeichneten eine Sammeleinwendung an die Bergbauaufsicht des RP Kassel. Mit dem Schreiben richten sie sich gegen die Erweiterung des Steinbruchs.

Großropperhausen - Die Einwohner fürchten, dass der Lärm durch den dorfnahen Steinbrecher und der Lkw-Verkehr noch weiter ansteigen könnte. Und der Schwerverkehr, der durch die kurvige Ortsdurchfahrt des 700-Einwohner-Dorfes rollt, ist nicht nur gefühlt eine Hausnummer: 366 Laster-Fahrten zählte Kristina Fiand, Sprecherin der Kritiker, an einem Tag in der Zeit von 5.45 und 17 Uhr. Wobei da die Lkw aus Richtung Schwarzenborn und Neukirchen nicht mit eingerechnet sind.

Das überrascht selbst Pierre Schmieder von den Mitteldeutschen Hartstein-Kies- und Mischwerken (MKW), zu denen auch die Stormarnwerke mit ihrem Steinbruch in Großropperhausen gehören. „Wir können nicht leugnen, dass es zeitweise ein höheres Verkehrsaufkommen gibt“, erklärt er. Die Gemeinde Frielendorf stellt sich vor ihre Einwohner in Großropperhausen und geht mit ihren Forderungen an die Steinbruch-Betreiber einher: besserer Emmissionsschutz und die Suche nach alternativen Transportwegen. „Das ist nichts Unmögliches“, meint Bürgermeister Thorsten Vaupel. „Für eine gute Nachbarschaft muss man auch etwas tun“, betont er.

Die Kritiker nehmen auch wahr, dass die allgemein üblichen Ruhezeiten nicht eingehalten werden – gearbeitet würde von 5 bis 22 Uhr, samstags und auch feiertags. Der Lärm sei mehr geworden, meint Rainer Wälde. Den betrachtet der Betreiber der Gutshof-Akademie nicht nur als gesundheitsschädlich, sondern auch als starke Geschäftsschädigung. Immer wieder würden sich seine Gäste beschweren.

Noch ist die Erweiterung des Steinbruchs nicht genehmigt. Pierre Schmieder von den MKW rechnet damit im nächsten Frühjahr. Ein erstes nachbarschaftliches Treffen mit Kritikern habe es bereits gegeben. Schmieder spricht in diesem Zusammenhang von einem „konstruktiven Ausgleich“ und durchaus von Möglichkeiten, die Schallemissionen zu verringern. Das könnte durch Einhausungen der lärmproduzierenden Geräte wie den Brecher und der Asphaltmischanlage geschehen. Auch sei sein Unternehmen auf der Suche nach neuen Verkehrswegen für die Lkw. Ob das alles allerdings umsetzbar sei, erscheint Schmieder fraglich – vor allem könne das nicht von heute auf morgen passieren.

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