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24-Jähriger wegen Kinder-Pornografie in Treysa verurteilt

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Von: Johannes Rützel

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Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt in Treysa musste sich ein junger Vater wegen des Besitzes und der Weitergabe von Kinder-Pornografie verantworten.
Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt in Treysa musste sich ein junger Vater wegen des Besitzes und der Weitergabe von Kinder-Pornografie verantworten. © Johannes Rützel

Ein 24-Jähriger aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis wurde rechtskräftig verurteilt. Er besaß Kinder-Pornografie und gab sie auch weiter. Die entscheidenden Hinweise kamen aus den USA.

Treysa – Neun Monate Haft wurden zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt, zusätzlich muss der Mann 3000 Euro an die Opferschutzorganisation Weißer Ring e.V. zahlen und an Beratungsgesprächen zum Thema Pädophilie teilnehmen.

Der junge Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis ließ zu Beginn der Verhandlung die Vorwürfe durch seinen Rechtsanwalt einräumen. Er folgte der Verhandlung bewegungslos, mit verschränkten Armen auf den Tisch vor ihm gestützt. Nur als es um seine Personalien und den Lebenslauf ging, ergriff er für längere Zeit das Wort.

Im Juli 2020 hatte der damals 22 Jahre alte Mann zwölf kinder- und jugendpornografische Bilder und Videos über einen Messenger-Dienst erhalten und versendet. Im Januar 2021 kam es zur Hausdurchsuchung, bei der das Smartphone mit den verbotenen Dateien von der Polizei sichergestellt wurde.

Richterin Pöllmann: „Es sind wenige Dateien, aber die haben es in sich.“

Zum Verhängnis wurde dem Täter, dass die Daten über Internetserver in den Vereinigten Staaten übertragen wurden. Dort müssen Internetanbieter den Datenverkehr auf ihren Servern überwachen. Das „Nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder“, kurz NCMEC, in den USA leitete die Anhaltspunkte dann weiter an das Bundeskriminalamt.

So gelangte der Fall zur Staatsanwaltschaft in Marburg. Zwei Polizeibeamte aus Kassel waren als Zeugen geladen. Einer sagte aus, dass, neben den zwölf kinderpornografischen Dateien auf dem Handy, noch mehrere Tausend legale pornografische Dateien gefunden wurden.

Tausende legale Pornos auf dem Handy

Auf dieses Verhältnis berief sich der Verteidiger. Sein Mandant sei an der untersten Grenze des Möglichen straffällig geworden, es handele sich um Augenblicksversagen. Richterin Mareike Pöllmann betonte, dass in den Dateien allerdings schwerster sexueller Missbrauch enthalten war: „Es sind wenige Dateien, aber die haben es in sich.“

Im Schlusswort gab der Angeklagte lediglich zu Protokoll, dass es an dem Geschehenen nichts schönzureden gebe. Worte des Bedauerns, ein Versprechen, dass so etwas nicht wieder vorkommen würde oder es ihm Leid tue, blieben aus.

„Wegen Konsumenten wie Ihnen, wird Kinderpornografie weiter produziert“

Richterin Pöllmann folgte im Urteil den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Neun Monate Haft wurden zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt. Zusätzlich muss der Verurteilte in den kommenden sechs Monaten an vier Beratungsgesprächen zum Thema Pädophilie teilnehmen. Gegebenenfalls wird die Richterin weitere Therapien anordnen. Außerdem muss er 3000 Euro an den Weißen Ring e.V. bezahlen.

Die Richterin wertete zugunsten des Mannes, dass er geständig war, nicht vorbestraft ist und mit der Mutter seines Sohnes zusammenlebt. „Wegen Konsumenten wie Ihnen, wird Kinderpornografie weiter produziert“, mahnte die Richterin dennoch. „Stellen Sie sich das nächste Mal, wenn Sie in Versuchung kommen, das Gesicht ihres Sohnes vor!“ Angeklagter und Verteidiger akzeptierten das Urteil, es ist somit rechtskräftig.

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