Georg Schlamann von den Altstadtfreunden sucht Mitstreiter für Unverpackt-Laden

Schwalmstadt: Selbstverwaltung sucht Mitstreiter für Unverpacktladen 

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Gegen Verpackungsmüll: Georg Schlamann (70) aus Treysa findet die Idee gut, benötigte Lebensmittel direkt in Gläser abzufüllen.

In Schwalmstadt soll in geraumer Zukunft ein Unverpackt-Laden entstehen. Hierfür sucht der Initiator Georg Schlamann noch Mitstreiter. 

Georg Schlamann (70) isst gern regional: Dazu kauft er regelmäßig bei Direktvermarktern und auf Biobauernhöfen ein. Jetzt will der Treysaer aber noch einen Schritt weiter gehen – und sucht dafür Mitstreiter. Schlamann möchte eine selbstverwaltete Einkaufsgemeinschaft für Biolebensmittel gründen, die dann in einem Unverpackt-Laden – der Schwalm Coop heißen könnte – erhältlich sein sollen.

Idee entstand an Silvester

„Die Idee entstand an Silvester in Gesprächen mit Freunden über die Landwirtschaft und das Umweltbewusstsein“, erklärt der 70-Jährige, der vor einigen Jahren auch den Verein Altstadtfreunde aus der Taufe hob und dessen Mitglieder sich für den Erhalt der Treysaer Oberstadt einsetzen. 

„Ich finde, man muss bei diesem ganzen Verpackungswahnsinn bei sich selbst anfangen und den Hebel umlegen“, ist Schlamann überzeugt.

Menschen für Konzept begeistern

Für seine Idee möchte der Treysaer mehr Menschen begeistern – „und sie davon überzeugen, dass Bioprodukte zwar teurer, konventionell hergestellte Lebensmittel aber auch einfach zu billig sind“. Deutschlandweit hat sich Schlamann über Initiativen informiert. 

Die Vision: Ein Verein, eine Gemeinschaft von mindestens 50 Personen, bilden eine Einkaufsgemeinschaft. „Das Sortiment wird von der Gruppe zusammengestellt – biologisch, nachhaltig, fair, regional und mit klarer Kennzeichnung von Herkunft und Inhalt“, erklärt der 70-Jährige.

Zeitunabhängig einkaufen

Der Vorteil: Eingekauft werde in großen Gebinden im Großhandel und bei Direktvermarktern, der Preis mit geringem Aufschlag an die Mitglieder weitergegeben. Räume für einen solchen Unverpackt-Laden gebe es in Treysa genügend, beispielsweise werde demnächst die Fläche direkt neben dem Altstadtladen frei. 

Die Kosten des Betriebes könnten über einen Aufschlag und von monatlichen Beiträgen der Mitglieder gedeckt werden, hat sich Georg Schlamann, selbst Unternehmer mit eigenem Zahntechnikbetrieb, überlegt. Möglich sei laut Schlamann auch, dass man zeitlich unabhängig einkaufen könnte: „Der Laden ist für jeden per Schlüssel oder Code zugänglich.“

Betrieb über Ehrenamt

Mitzubringen seien dann die entsprechenden Behältnisse, jeder Kunde könne sich die losen Waren wie Reis, Mehl und Getreide passgenau für seinen Bedarf abwiegen. Bei einem ersten Treffen in einer Woche im Altstadtladen will Georg Schlamann mit hoffentlich vielen Interessierten über das Konzept sprechen. 

„Der Betrieb könnte über Ehrenamt, aber auch über eine 450-Euro-Kraft geregelt werden“, sagt er. Auch selbst angebautes Gemüse könnten Mitglieder des Vereins oder der Genossenschaft im Unverpackt-Laden verkaufen. Der Treysaer ist von der Idee überzeugt: „Lebensmittelabfälle und Verpackungsmüll werden deutlich reduziert, Vertriebsmonopole aufgebrochen und regionale Direktvermarktungswege ausgebaut.“

Treffen für Interessierte

Am Donnerstag, 23. Januar, 19 Uhr, im Altstadtladen Treysa, Marktplatz, Kontakt über Georg Schlamann, Tel. 0157/73 58 61 90, Email an g.schlamann@t-online.de.

Die zwei Kasselerinnen Samira Waldeck und Franziska Wernder wollen im März Kassels zweiten Unverpacktladen eröffnen. 

Der erste Unverpacktladen in Kassel musste seinen Betrieb nach knapp einem Jahr wieder einstellen. 

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