Mercury Montego

Ungewöhnliches Hobby - So restauriert ein Schwalmstädter seltene Oldtimer aus den USA

Begeisterter Schrauber: In sein aktuelles Projekt, einen Mercury Montego, steckte Marcel Fröhlich viel Zeit, Energie und Leidendschaft.
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Begeisterter Schrauber: In sein aktuelles Projekt, einen Mercury Montego, steckte Marcel Fröhlich viel Zeit, Energie und Leidendschaft.

Marcel Fröhlich aus Treysa hat seit vielen Jahren ein außergewöhnliches Hobby: Er schraubt leidenschaftlich gerne an Oldtimern aus den USA.

Schwalmstadt - Seine Begeisterung für US-Cars begann schon als kleiner Junge. „Damals fuhr mein Opa einen alten Grand Cherokee“, erinnert sich Fröhlich. Die Liebe zu diesen besonderen Fahrzeugen hat ihn seit dem nicht mehr losgelassen. Zum Kauf seines ersten US-Autos, einer weißen Corvette C3, flog er 2014 sogar nach San Diego/USA, um von dort aus die Überführung abzuwickeln.

Begeisterter Schrauber: In sein aktuelles Projekt, einen Mercury Montego, steckte Marcel Fröhlich viel Zeit, Energie und Leidendschaft.

Einige Zeit später folgten mit einem Chevrolet Tahoe und einem typisch amerikanischen Diesel Truck zwei weitere US Fahrzeuge.

Das Schrauben brachte sich der 29-Jährige im „Learning by doing“-Verfahren bei. Faszinierend dabei, so Fröhlich, sei die – im Vergleich zu heutigen Autos - einfachere und alte Technik der US Fahrzeuge aus den 50er und 60er Jahren. Wegfahrsperren, elektrische Fensterheber, Klimaanlagen, Steuergerät – alles das gab es damals nicht. 

„Heute steckt man einen Computer mit der entsprechenden Software des Herstellers ans Auto und bekommt prompt den Fehler angezeigt“, erklärt der Treysaer weiter. Anders aber bei Autos aus längst vergangenen Zeiten. Denn hier bedeutet die Reparatur manchmal noch richtige Detektivarbeit – gepaart mit Improvisation.

Restauration von alten Autos aus den USA mit viel Leidenschaft

Nach dem Kauf des Chevrolets packte Marcel Fröhlich wieder die Leidenschaft und so machte er sich erneut auf die Suche. Es sollte aber kein Chevrolet mehr sein. Er sehe sich nicht als Sammler, sondern sei eher auf der Suche nach neuen Projekten, so der 29-Jährige. 

Natürlich fließt in der Zeit, in der sich das Fahrzeug in seinem Besitz befindet, all seine Energie und Leidenschaft ein. Jedoch endet es immer auf dieselbe Weise, denn nach erfolgreicher Instandsetzung und einiger Zeit hinter dem Lenkrad wird das Auto wieder verkauft.

„Die Preise für einen fahrtauglichen US Oldtimer aus den 60er und 70er Jahren sind in den letzten Jahren stark angestiegen“, sagt Marcel Fröhlich. Man sollte schon mit 15.000 bis 20.000 Euro, je nach Zustand für ein solches Fahrzeug rechnen.

Werkstatt vom Marcel Fröhlich

Auf der Suche nach einem neuen Projekt kam dann der Zufall zur Hilfe. Durch einen Bekannten erfuhr der Hobbyschrauber, dass ein Sammler aus Deutschland einen Mercury Montego aus dem Jahr 1968 verkaufen wollte, den er aus den USA importiert hatte.

Oldtimer aus den USA: Quarantäne in der Auto-Werkstatt verbracht

Da das Leben manchmal seltsame Kapriolen schlägt, musste Fröhlich einige Tage nach dem Kauf des Autos in eine 14-tägige Corona Quarantäne, da er Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte. „Glück im Unglück“, meint der Polizist. Somit verbrachte er seine Quarantänezeit größtenteils in seiner Garage um Zündanlage, Vergaser, Wasserpumpe, Getriebe und Teile der Innenausstattung des „Neuen“ auf Vordermann zu bringen.

Klangvoll: Der Klang des 350-PS-starken Motors lässt die Herzen von Autofans höherschlagen.

Alle Ersatzteile bestellte der 29-Jährige über das Internet direkt beim Hersteller. „Viele Leute glauben, dass man für US-Oldtimer keine Ersatzteile mehr bekommt. Ein Irrglaube!“, erklärt er. Nicht nur, dass die Ersatzteile dieser Fahrzeuge im Gegensatz zu heutigen Modellen preiswerter sind, auch sind diese meist ohne große Probleme lieferbar.

Oldtimer aus den USA: Auto mit 350 Pferdestärken

Während einer Probefahrt erklärt der Treysaer, dass der Mercury Montego in dieser Ausführung nur 314 mal gebaut wurde und seines Wissens der Einzige dieser Baureihe sei, der in Deutschland zugelassen ist.

Das Chrom im Cockpit ist auf Hochglanz poliert und blitzt in der Sonne. Die weiche, mit rotem Leder bezogenen Sitzbank für Fahrer und Beifahrer, die Hüftgurte, die an ein Gurtsystem eines Flugzeugsitzes erinnern, die Plüschwürfel an dem Innenspiegel. Beim Tritt auf das Gaspedal merkt man, was unter der Motorhaube schlummert. Denn bei dem Mercury handelt es sich um ein sogenanntes „Muscle Car“. Die englische Bezeichnung bezieht sich auf Fahrzeuge, die auf Serienmodellen basieren, aber wesentlich stärker motorisiert sind.

Würfel als Blickfang im Mercury

Dabei ist für den 29-Jährigen das Fahren des Mercury nur das „i“-Tüpfelchen. „An erster Stelle steht ganz klar das Schrauben und Rumtüfteln“, erklärt er, während er den gut 350 PS starken Motor aufheulen lässt.

Alte Autos aus den USA: Neues Projekt im Blick

Nachdem das Projekt „Mercury Montego“ abgeschlossen ist, sucht Marcel Fröhlich nach neuen Abenteuern: „Wenn ich mir ein Auto aussuchen dürfte, würde ich sehr gerne an einem 1970er Dodge Challenger wie ihn Barry Newman im Spielfilm „Fluchtpunkt San Francisco“ fuhr schrauben.“ Das Lächeln in seinem Gesicht bei dieser Aussage spricht Bände.

Von Martin Diebel

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