Regierungspräsident sieht Zeltstadt als Zwischenlösung

Schwarzenborn: Flüchtlinge sollen rasch in feste Unterkünfte

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Stippvisite in der Zeltstadt: (von links) Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Kaufmann, Standortkommandant Oberstleutnant Karsten Krämer, Landrat Winfried Becker, Regierungspräsident Walter Lübcke und Reinhard Otto (RP Kassel).  

Schwarzenborn. Die Flüchtlinge, die in den nächsten Tagen in der neu errichtete Zeltstadt auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes in Schwarzenborn ankommen, sollen schnellstmöglich in festen Unterkünften im Schwalm-Eder-Kreis untergebracht werden.

Das kündigte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke am Samstagvormittag bei einer Visite in dem über Nacht errichteten Zeltcamp an. „Die Unterbringung in Zelten ist nur eine Übergangslösung“, sagte Lübcke. Der Landkreis sei gut darauf vorbereitet, die Flüchtlinge in leerstehenden Gebäuden unterzubringen. Mehrere Objekte stünden im Gespräch. Allerdings sei der Sanierungsbedarf groß, weshalb dies nicht auf die Schnelle zu leisten sei. Zwar gebe es bereits einige feste Unterkünfte im Schwalm-Eder-Kreis, allerdings reichten sie nicht aus, um alle schnell unterzubringen. Auf konkrete Standorte wollte sich der Regierungspräsident allerdings noch nicht festlegen. Fest stehe aber, dass die Flüchtlinge möglichst im gesamten Schwalm-Eder-Kreis verteilt werden sollen.

Letzte Arbeiten am Zeltlager für Flüchtlinge in Schwarzenborn

Für die Zeltstadt sei die Wahl auf Schwarzenborn gefallen, da dem Regierungspräsidium das Gelände sofort zur Verfügung gestanden habe. „Jedes Wochenende kommen Hunderte Flüchtlinge in Gießen an, die sofort untergebracht werden müssen, da muss man auch auf Zelte zurückgreifen“.

Was wir momentan erlebten, sei eine Notsituation, verdeutlichte Landrat Winfried Becker. „Die Menschen fliehen aus purer Not hierher und haben das Recht, ordentlich behandelt zu werden.“

Die Bürger Schwarzenborns müssten sich keine Sorgen machen, sagte Bürgermeister Jürgen Kaufmann. Die Zeltstadt ist umzäunt, die Polizei werde regelmäßig nach dem Rechten schauen. Eine Informationsveranstaltung sei vorerst nicht geplant, bei Bedarf aber denkbar, so Kaufmann.

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