Breites Angebot im kommunalen MVZ

Ärztehaus in Schwarzenborn ist jetzt voll belegt

Das Team des MVZ Schwarzenborn steht vor dem Gebäude. Vorn Lena Itzenhäuser, Ärztliche Leiterin, Frauenärztin und Allgemeinmedizinerin im MVZ, dahinter von links Koordinatorin des MVZ Christina Eisenhut, Udo Aßmann-Zinn Vorstandvorsitzender der MVZ, die medizinischen Fachangestellten Kathrin Tschuppik und Manuela Leiser sowie Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Liebermann.
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Das Team: Vorn Lena Itzenhäuser, Ärztliche Leiterin, Frauenärztin und Allgemeinmedizinerin im MVZ, dahinter von links Koordinatorin des MVZ Christina Eisenhut, Udo Aßmann-Zinn Vorstandvorsitzender der MVZ, die medizinischen Fachangestellten Kathrin Tschuppik und Manuela Leiser sowie Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Liebermann

Die Rechnung scheint aufzugehen. Die Räume des Medizinischen Versorgungszentrums in Schwarzenborn sind alle belegt und die dort praktizierende Frauenärztin Lena Itzenhäuser belegt nun neben ihrer gynäkologischen Praxis eine zusätzliche halbe Stelle als Allgemeinmedizinerin.

Schwarzenborn – Die 42-Jährige beendete kürzlich die zweite Facharztausbildung in Allgemeinmedizin und komplettiert seit Mai mit der zusätzlichen halben Stelle das hausärztliche Angebot im MVZ. Außerdem ist sie Ärztliche Leiterin des Hauses. Damit sind mit dem hausärztlichen Internist Rudolf Obernitz, die zwei vollen Kassenarztstellen im Haus belegt. „Die ärztliche Versorgung in der Kommune ist damit auf einem guten Stand“, sagte Jürgen Liebermann, Bürgermeister von Schwarzenborn.

In den vergangenen Monaten hat die Bundeswehr dort zudem eine Zahnarztpraxis eingerichtet, die vorübergehend genutzt wird, bis der Bau der bundwehreigenen Praxis fertig gestellt ist. Die Bundeswehr praktiziere allerdings nur intern, allein bei absoluten Notfällen würde man laut Liebermann eine Ausnahme machen. Damit sind nun alle Räume des Gebäudes bezogen. Unter dem Dach befinden sich ein Physiotherapeut sowie ein Pflegedienst und die gemeinsame Niederlassung der beiden Banken VR Bank Hessenland und der Kreissparkasse.

Der Weg bis dahin sei ein langer gewesen, sagt Liebermann. Von der Idee des Vorgängers Jürgen Kaufmann ein kommunal betriebenes medizinisches Versorgungszentrum zu bauen, um die ärztliche Versorgung der Gemeinde zu sichern bis zu diesem Ergebnis habe man dicke Bretter bohren musste.

Schwarzenborn sei als erste Kommune im Kreis diesen Weg gegangen und somit Wegbereiter für eventuelle Nachfolger.

Hintergrund ist der Ärztemangel auf dem Land. 2016 war die ortsansässige Hausärztin in den Ruhestand gegangen, ein Nachfolger war bereits vorher nicht in Sicht. Daher trieb die Stadt die Idee eines von der Gemeinde betriebenen Ärztehauses voran. 2014 begannen die konkreten Planungen. 2016 wurde gebaut und 2017 war der erste Allgemeinmediziner dort angestellt.

Mit der festen Besetzung der beiden Arztstellen ergäben sich nun gute Perspektiven für das MVZ. Die Ärztin sei jung und habe auch vor fest in der Region zu bleiben, sagte Liebermann. Die Mutter zweier Kinder hatte die zweite Facharztausbildung bereits begonnen, bevor sie 2017 im MVZ als Frauenärztin tätig wurde. Mit der zusätzlichen Qualifikation hatte sie sich bessere Chancen für eine Niederlassung ausgerechnet. Das sei allerdings bevor sie im MVZ die Frauenarztpraxis einrichtete. Diese hat mittlerweile einen großen Einzugsbereich. „Die Patienten kommen aus dem Umkreis von Homberg, Knüllwald, Neukirchen bis Treysa“, berichtet sie.

Für die Neukirchnerin war es von Anfang an wichtig, dass die verwalterische Tätigkeit des Arztes vom MVZ übernommen wird. Christina Eisenhut ist als Koordinatorin für die komplette Abrechnung der beiden Ärzte zuständig und das Bindeglied zur Gemeinde. Eine gute Teamarbeit sei die Voraussetzung für das Gelingen des Modells Ärztehaus, sagt Itzenhäuser. So könnten sich die Ärzte komplett den Patienten widmen. Der Trend zum angestellten Arzt halte an. Das sehe man auch an den Anfragen anderer Kommunen, sagte Vorstandsvorsitzender des MVZ Udo Aßmann-Zinn. Der Ärztemangel auf dem Land gehe weiter. Immer mehr andere Gemeinden interessierten sich für das Modell eines Kommunalen Ärztehauses.

Daher mache das Projekt nun Schule. Allerdings wendet Aßmannn-Zinn ein, es würden für tiefer gehende Beratungen auch Entgelte anfallen.

Denn die Stadt habe viel Zeit und Geld investiert bei der Planung und Vorbereitung des MVZ. Dabei sei ein großes fachliches Wissen entstanden, was man auch gern weiter geben wolle, aber das müsse dann auch etwas kosten.

Ziel sei es, das Haus in 2023 mit schwarzen Zahlen zu führen, sagte Bürgermeister Jürgen Liebermann. Da sei man auf einem guten Weg. Falls darüber hinaus Gewinne erwirtschaftet werden, sollten die Ärzte beteiligt werden. Das MVZ sei ein hohes Wagnis gewesen, aber er würde diesen Weg immer wieder gehen, sagte Liebermann.

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