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60 Jahre Missionsarbeit in Freizeitcamps – Ehemaligentreffen und Programm für Gäste

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Grace und Bischof Gerhard Meyer: Sie freuen sich auf zahlreiche Besucher.
Grace und Bischof Gerhard Meyer: Sie freuen sich auf zahlreiche Besucher. © Philipp Knoch

Die Euro Ruf Mission feiert 60. Geburtstag und lädt dazu am heutigen Samstag, 24. September, ins Knüllcamp am Knüllköpfchen ein. Der ehrenamtliche Geschäftsführer des Knüllcamps, der Anglikaner-Bischof Gerhard Meyer, freut sich auf viele Gäste.

Schwarzenborn – Die Euro Ruf Mission beruft sich auf James Stewart, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Baltikum missionierte. In seinem Sinn wollte auch Herman Brodish missionieren, der 1952 mit seiner Frau und seinen Kindern – eines davon ist heute Meyers Ehefrau Grace – aus den USA nach Deutschland kam. Das war der Startschuss der Euro Ruf Mission.

Sie kauften sich ein Zelt und reisten durchs Land, um die Menschen in der Nachkriegszeit wieder zu Gott zu bringen. Unter anderem machten sie auch Station in Neukirchen, der junge Gerhard Meyer hörte sich die Vorträge von Brodish und seiner Frau Lillian an.

Dann endete die Reise der Brodishs. Sie gründeten 1962 im Harz ein christliches Freizeitzentrum. Zwanzig Jahre später wurden sie auf das ehemalige Militärgelände im Knüll aufmerksam, welches sie bis 1985 in das jetzige Knüllcamp mit Platz für 90 Übernachtungsgäste verwandelten.

Die Euro Ruf Mission blickt auf eine langjährige Missionstätigkeit zurück. Man sei mit einem Bibelmobil durch Deutschland gereist, habe von Südtirol bis Hamburg Missionierungsarbeit geleistet, erzählt Gerhard Meyer. Die christliche Mission sei überkonfessionell ausgerichtet.

Knüllcamp als Ort der Begegnung

„Man muss nicht unbedingt Mitglied einer christlichen Gemeinde sein, um das Knüllcamp zu besuchen“, berichtet Grace Meyer, „auch Sportvereine und Motorradclubs haben wir schon hier empfangen.“ Und Gerhard Meyer fügt an: „Einzig extreme Gruppen wie Mormonen oder Zeugen Jehovas wollen wir hier nicht haben.“

Das Knüllcamp ist laut den Meyers in erster Linie dazu da, dass Jugendliche dort ihre Freizeit verbringen können. „Wir wollen den Leuten mit der Bibel nicht den Kopf abschlagen“, lächelt der Bischof. Natürlich sei der christliche Glauben ein Teil, aber man wolle niemanden indoktrinieren.

Grace Meyers Schwester Susan eröffnete 1978 in Treysa in der Stephanstraße eine christliche Kindertagesstätte auf. Diese musste 2010 wieder schließen und Susan Brodish ging zurück in die USA.

Die Jubiläumsfeier habe man bewusst kinderfreundlich gestaltet. Susan Brodish, die Gründerin des Kindergartens, reise aus Amerika an. Daher erwarten die Meyers viele von Brodishs ehemaligen Schützlingen mit eigenem Nachwuchs.

Die Zukunft von Knüllcamp und Euro Ruf Mission ist ungewiss. Die Besucherzahlen erholen sich nach dem pandemiebedingten Rückgang nur langsam. Zudem will Meyer 2024 in den Ruhestand gehen, bis dahin müsse noch ein Nachfolger gefunden werden. Dieser solle das Freizeitlager in gutem christlichen Sinne weiterführen. (pkx)

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