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Julia Weigelt nennt Knüll-Kaserne im TV als Negativ-Beispiel – Schwarzenborn wehrt sich

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Von: Sylke Grede

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Sicherheitsexpertin Julia Weigelt hatte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Knüll-Kaserne als Beispiel für die schlechte Infrastruktur der Bundeswehr genannt. Zahlen belegen das Gegenteil: Aktuell werden 66 Millionen Euro in den Standort investiert, unter anderem entstehen neue Unterkünfte.
Sicherheitsexpertin Julia Weigelt hatte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Knüll-Kaserne als Beispiel für die schlechte Infrastruktur der Bundeswehr genannt. Zahlen belegen das Gegenteil: Aktuell werden 66 Millionen Euro in den Standort investiert, unter anderem entstehen neue Unterkünfte. © Reka Peper/Bundeswehr

Eine Kaserne ohne W-Lan. Offenbar ein No-Go für die Journalistin Julia Weigelt. Als Beispiel nannte sie die Knüll-Kaserne – zum Erstaunen der Schwarzenbörner.

Schwarzenborn – Zum Ukraine-Krieg äußert sich aktuell eine Flut von Experten in den Medien. Nicht immer ist alles richtig, was sie sagen. Die Journalistin Julia Weigelt hatte als Sicherheitsexpertin in einer TV-Sendung am Sonntag (06.03.2022) ausgerechnet Schwarzenborn als Beispiel für die Bundeswehr als unattraktiven Arbeitgeber genannt. Nun sieht sie ein, dass ihre Aussage falsch war.

Denn: In kaum einen Bundeswehrstandort wird mehr Geld investiert. Mit der Knüll-Kaserne wird bundesweit als Modellprojekt – auch für andere Bundeswehrvorhaben – geworben.

Konkret hatte die Journalistin in der ARD-Sendung „Presseclub“, moderiert von Jörg Schönenborn, die mangelnde Internetversorgung an Bundeswehr-Standorten kritisiert. Als Beispiel nannte sie die Knüll-Kaserne. Sie sagte: „Welcher junge Mensch geht zu einem Arbeitgeber nach Schwarzenborn in den Knüll, wo er kein W-Lan hat.“

Knüll-Kaserne Schwarzenborn ohne W-Lan? Aussage verwundert nicht nur in der Kaserne selbst

Diese Aussage verwundert nicht nur in der Knüll-Kaserne. Der Standort Schwarzenborn sei sicher nicht für jeden, aber eben doch für eine große Zahl an Soldaten attraktiv, erklärt Oberstleutnant Sven Kästner. „Das zeigen unser Personalstand und Gespräche mit Soldaten“, unterstreicht der Kommandeur des Jägerbataillons.

Entgegen der Einschätzung Außenstehender sei festes W-Lan auch keinesfalls die größte Sorge der Soldaten in einer Zeit, in der jeder mobil online ist.

Oberstleutnant Sven Kästner.
Oberstleutnant Sven Kästner. © Sylke Grede

Journalistin stellt Knüll-Kaserne im TV bloß: Kommandeur zeigt sich erstaunt über Aussage

Der Kommandeur zeigt sich erstaunt über eine solche Aussage: „Ich sage dazu, dass Frau Weigelt meines Wissens noch nie in Schwarzenborn war, zumindest mich nie kontaktiert hat und damit in meinen Augen nur unzureichend recherchiert hat.“

Dem schließt sich auch Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Liebermann an. Er würde Julia Weigelt gerne nach Schwarzenborn einladen, damit sie sich ein Bild vor Ort machen könne, erklärt Liebermann. An dem Standort, in den zur Zeit 66 Millionen in neue Infrastruktur investiert werden, sei in den neuen Unterkünften, von denen fast sechs Einheiten fertiggestellt sind, natürlich WLan ein Standard. „Ist darüber hinaus nicht heute jeder mobil online unterwegs“, fragt er.

Im Übrigen seien Kasernen mit Übungsplätzen sehr selten in Ballungszentren anzutreffen, doch öfter auf dem flachen Land. „Das heißt aber noch lange nicht, dass wir in Nordhessen oder im Knüll hinter dem Mond leben“, betont Liebermann. „Die Probleme, die in den letzten Tagen so oft diskutiert werden, liegen beileibe nicht bei der W-Lan-Versorgung am Standort unserer Knüll-Kaserne.“

Journalistin bedauert falsche Wortwahl: In der Knüll-Kaserne sei sie aber „mehrmals gewesen“

Julia Weigelt, die als freie Journalistin das Journalistenbüro „Sicherlich“ für Innere und Äußere Sicherheit betreibt, räumt inzwischen auf Nachfrage der HNA ein, dass sie mit ihrem Vergleich daneben gelegen hat. „Ich habe inzwischen gelernt, dass Schwarzenborn in der Zwischenzeit mit W-Lan ausgerüstet wurde – das freut mich sehr für die Soldatinnen und Soldaten“, teilt sie auf Nachfrage mit.

Sie bedauert, dass sie ein Beispiel gewählt habe, das nicht mehr aktuell sei. „In der Knüll-Kaserne bin ich mehrmals gewesen, deswegen ist es mir so eindrücklich geblieben.“

Dazu, wie lange ihr letzter Besuch in Schwarzenborn zurückliegt, möchte Weigelt sich nicht äußern. (Sylke Grede)

Die letzten Bundeswehrsoldaten haben Afghanistan vor wenigen Monaten verlassen. Seit 2005 waren dort auch Soldaten aus der Knüll-Kaserne nahezu jährlich im Einsatz gewesen.

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