Ein Mann des Gefechts: Oberstleutnant Wolfgang Schröder ist der neue Kommandeur des Jägerbataillons 1 in Schwarzenborn

In der Knüllkaserne: Oberstleutnant Wolfgang Schröder ist der neue Kommandeur des Schwarzenbörner Jägerbataillons. Foto: Grede

Schwarzenborn. „Bataillonskommandeur wird man nur einmal“, sagt Oberstleutnant Wolfgang Schröder und freut sich auf seine Zeit in Schwarzenborn. Seit Anfang November ist 41-Jährige Chef des Jägerbataillons.

Von der Hauptstadt in Hessens kleinste Stadt: Direkt aus dem Verteidigungsministerium kommt Schröder in den Knüll – und weil er dort im Nachrichtenwesen tätig war, möchte er eigentlich nicht zu viel von sich erzählen. Dennoch kommt im Gespräch einiges an den Tag, zum Beispiel, dass der Kommandeur begeisterter Thai-Boxer ist und im Bataillon schon zwei weitere Anhänger dieser Kampfkunst gefunden hat.

Schwarzenborn sei ein spannender Kontrast zu Berlin, ist Schröder überzeugt. Nach dem Bürojob im Ministerium reizt es ihn, wieder nahe bei den Soldaten zu sein. Was durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn Schröder, der mit seiner Familie in Berlin lebt, wird die Woche über in der Knüllkaserne wohnen.

Jede Menge Einsatzerfahrung

Jede Menge Einsatzerfahrung hat der 41-Jährige, der von Haus aus Fallschirmjäger ist, vorzuweisen. Er wurde dafür mit dem „Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold für besonders herausragende Leistungen unter Gefahr für Leib und Leben“ ausgezeichnet. Schröder war wie auch die Schwarzenbörner Soldaten in der Zeit in Afghanistan, die als Zäsur in der Geschichte der Bundeswehr gilt.

Gemeinsam mit zwei Kollegen hat er ein Buch („Feindkontakt: Gefechtsberichte aus Afghanistan) herausgegeben, in dem Soldaten die Ereignisse ab dem Karfreitag 2010 beschreiben. „Wir teilen die gleichen Erlebnisse“, sagt Schröder mit Blick auf die vielen Auslandseinsätze der Schwarzenbörner Soldaten: „Wir passen zusammen.“

Die intensive Gefechtserfahrung habe ihn geprägt, sagt der Kommandeur, beruflich profitiere er davon. „Das will ich weitergeben.“ Und es ist der Übungsbetrieb, der im kommenden Jahr viel Platz im Terminkalender des Bataillons einnehmen wird. Bedingt sei dies zum einen durch den neuen Auftrag der Bundeswehr, der Gleichrangigkeit von Einsatz und Landes- und Bündnisverteidigung, erklärt Schröder. Zum anderen werden wieder Soldaten des Bataillons in den Einsatz nach Afghanistan gehen. Auch möchte der neue Kommandeur die Luftbeweglichkeit des Verbands wieder stärken und ausbauen.

Investitionen in Gebäude

Insbesondere mit dem Thema Personal wird sich Schröder beschäftigen. Es gelte nicht nur mehr Soldaten zu bekommen, sondern auch sie zu halten. Damit verbunden sind auch Infrastrukturmaßnahmen in der Knüllkaserne. Ein zweistelliger Millionenbetrag soll in die Gebäude investiert werden, insbesondere die Unterkünfte sollen saniert und modernisiert werden. Schröder: „Jeder Soldat soll sein Bett in der Kaserne behalten, die Leute sollen gerne bei uns sein.“

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