Afghanistan-Einsatz

Eine gefährliche Mission ist zu Ende: Schwarzenbörner Soldaten kämpften am Hindukusch

Einsatz unter Pandemiebedingungen: Das Jägerbataillon in Afghanistan im vergangenen Jahr.
+
Einsatz unter Pandemiebedingungen: Das Jägerbataillon in Afghanistan im vergangenen Jahr.

Die letzten Bundeswehrsoldaten haben Afghanistan verlassen. Seit 2005 waren dort auch Soldaten aus der Knüll-Kaserne nahezu jährlich im Einsatz gewesen. Ein Rückblick.

Schwarzenborn – Fast 20 Jahre waren Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz, 16 Jahre davon auch Kräfte aus der Knüll-Kaserne. Für sie startete die Mission im Oktober 2005. 300 Soldaten aus der 2. und 3. Kompanie der damals noch als Panzergrenadierbataillon firmierenden Einheit verstärkten das ISAF-Kontigent in Kabul.

Die Jahre 2008, 2009 und 2010 stellten sich die Schwarzenbörner Soldaten – inzwischen des Jägerregiments – besonders gefährlichen Herausforderungen. Sie agierten für den Norden als Schnelle Eingreiftruppe – Quick Reaction Force. Stationiert waren sie in Mazar-I-Scharif, als militärische Feuerwehr agierten sie allerdings im gesamten Norden Afghanistans, immer dort, wo es besonders brenzlig wurde.

Bis zu fünfstündige Gefechte für Schwarzenbörner

Insbesondere die Jahre 2009 und 2010 waren geprägt von schweren Gefechten. Im Mai/Juni 2009 war die Lage besonders heikel. Von 29 Attacken wurde der HNA berichtet, Angriffe bei denen die Schwarzenbörner Soldaten die Gegner zum Rückzug zwangen, Angreifer getötet und verletzt wurden. Insbesondere vom 5. bis 7. Juni waren die Kampfhandlungen besonders heftig, es gab für die Schwarzenbörner bis zu fünfstündige Gefechte. Ein Mann wurde bei den anhaltenden Kämpfen schwer verletzt, ein weiterer bei dessen Bergung ebenfalls angeschossen. Nicht nur die Zahl der Angriffe wuchs, auch hatte sich deren Qualität verändert. Die Soldaten sahen sich zunehmend Angriffen aus dem Hinterhalt ausgesetzt.

Ab 2012 änderte sich der Auftrag der Schwarzenbörner Soldaten. 500 von ihnen stellten den größten Teil des insgesamt 700 Mann starken Ausbildungs- und Schutzbataillons in Mazar-I-Scharif. Seit 2017 stand für die Soldaten aus der Knüllkaserne – inzwischen ist die Einheit ein Jägerbataillon – der Einsatz in Afghanistan unter dem Titel „Resolute Support“.

Neu außerdem: sie agierten gemeinsam mit georgischen Soldaten. Diese Nato-Mission diente zur Ausbildung und Beratung sowie Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte und endete wie bereits berichtet in dieser Woche. Damit wurde auch der ab Juni geplante gemeinsame Einsatz von 150 Soldaten des Jägerbataillons und 140 georgischen Soldaten abgesagt. Sie befinden sich allerdings laut Kommandeur Oberstleutnant Sven Kästner weiterhin in einer Notice-to-Move-Zeit – in einer Art Rufbereitschaft. (Sylke Grede)

Ein Einblick in die Mission der Bundeswehr in Afghanistan

Gefährliche Herausforderungen: In den Jahren 2008, 2009 und 2010 stellten Schwarzenbörner Soldaten eine schnelle Eingreiftruppe für den Norden Afghanistans.
Gefährliche Herausforderungen: In den Jahren 2008, 2009 und 2010 stellten Schwarzenbörner Soldaten eine schnelle Eingreiftruppe für den Norden Afghanistans. © Bundeswehr
Da im Einsatz, wo es besonders brenzlig war.
Da im Einsatz, wo es besonders brenzlig war. © Bundeswehr
Erst in der ISAF-, dann in der Resolute Support-Mission der Nato: Zunächst als Panzergrenadierbataillon, dann als Jägerregiment und später als Jägerbataillon war die Einheit aus der Knüll-Kaserne über 16 Jahre regelmäßig im Norden Afghanistans im Einsatz gewesen.
Erst in der ISAF-, dann in der Resolute Support-Mission der Nato: Zunächst als Panzergrenadierbataillon, dann als Jägerregiment und später als Jägerbataillon war die Einheit aus der Knüll-Kaserne über 16 Jahre regelmäßig im Norden Afghanistans im Einsatz gewesen. © Bundeswehr
Die Schwarzenbörner Soldaten waren unter anderem im Camp Marmal bei Mazar-I-Scharif, OP North bei Baghlan und im Feldlager Kundus stationiert.
Die Schwarzenbörner Soldaten waren unter anderem im Camp Marmal bei Mazar-I-Scharif, OP North bei Baghlan und im Feldlager Kundus stationiert. © Bundeswehr
Einfaches Lagerleben: Zwischen vier und sieben Monate dauerten die Einsätze für die Soldaten.
Einfaches Lagerleben: Zwischen vier und sieben Monate dauerten die Einsätze für die Soldaten. © Bundeswehr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.