Zeltstadt soll für Kurzzeitbelegung bleiben

Flüchtlinge sollen Lager Schwarzenborn schon bald verlassen

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Bleiben stehen: Die Zelte der Erstaufnahmeeinrichtung in Schwarzenborn werden nicht abgebaut. Wegen der kalten Witterung sollen sie Flüchtlinge nur noch für wenige Nächte nutzen.

Schwalm-Eder. Im Zeltlager in Schwarzenborn sollen die Flüchtlinge „nur noch wenige Tage" bleiben, dann würden sie auf Gemeinschaftsunterkünfte verteilt.

"Sie werden die ersten sein, die in feste Unterkünfte kommen“, Harald Merz, Referent des Regierungspräsidenten, gegenüber der HNA.

80 Menschen - Schwangere und Familien mit kleinen Kindern - sind nach Auskunft des Regierungspräsidiums bereits in die Lüttichkaserne nach Kassel umgesiedelt worden. Am Wochenende war das Zeltlager noch mit 428 Menschen belegt gewesen. Die Zelte der Erstaufnahmeeinrichtung würden nicht abgebaut. Sie sollten wegen der kalten Witterung aber nur noch jeweils für wenige Nächte genutzt werden, erklärte Merz.

Gerüchte, wonach die ehemalige Klinik in Homberg bald mit 500 Menschen als Krankenhaus für Asylsuchende belegt werden soll, bestätigte Merz nicht. Viele Gebäude würden als mögliche Quartiere überprüft, auch das ehemalige Homberger Krankenhaus. Überlegungen, es kurzfristig als Klink für Asylsuchende zu nutzen, gebe es nicht.

Auch Landrat Winfried Becker sind solche Pläne unbekannt, wie er sagte. Der Landkreis prüfe aber intensiv, welche Liegenschaften für Gemeinschaftsunterkünfte und Wohnungen geeignet sind. Dabei spiele das frühere Krankenhaus eine Rolle, aber auch die ehemaligen Kasernen in Homberg und Schwalmstadt.

Weitere Objekte, die bewertet würden, seien das Asa-von-Kram-Haus im Homberger Stadtteil Hülsa, die ehemalige Asklepios-Nachsorgeklinik bei Ziegenhain sowie die frühere Jugendherberge in Melsungen. Dort könnte zumindest das Erdgeschoss schnell genutzt werden, weil es keine Bedenken des Brandschutzes gebe. Für ein ideales Objekt hält Becker auch die ehemalige Reha-Einrichtung bei Neukirchen. Doch dort seien die Eigentumsverhältnisse ungeklärt. Auch leer stehende Industriehallen würden überprüft.

Hintergrund

Der Landkreis hat vorsorglich 150 Feldbetten sowie Decken für die Unterbringung von Flüchtlingen in Gemeinschaftseinrichtungen geordert. „Es könnte demnächst Engpässen geben. Wir wollen gerüstet sein“, sagt Landrat Becker.

17 Mitarbeiter der Verwaltung sind mit dem Asyl-Thema beschäftigt. Der Landkreis ist für die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen zuständig, das Land für die Erstaufnahme. 1450 Asylsuchende hat der Kreis derzeit in Gemeinschaftseinrichtungen und Wohnungen untergebracht. Außerdem 111 unbegleitete Minderjährige. Nach einer Prognose könnte die Zahl der Flüchtlinge bis Jahresende auf 2300 ansteigen.

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