Erstes von sechs Gebäuden in Modulbauweise in Schwarzenborn steht

Knüll-Kaserne in Schwarzenborn im Baukastensystem

Modulbauweise für die Knüll-Kaserne: Ein Lkw liefert fertig montierte Fensterelemente an.
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Modulbauweise für die Knüll-Kaserne: Ein Lkw liefert fertig montierte Fensterelemente an.

In die nächste Bauphase geht das bundesweite Pilotprojekt in der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn. Der Abriss und die Erschließung für den Bau von neuen Gebäuden ist abgeschlossen. Das erste von insgesamt sechs Unterkunftsgebäuden in Fertigbauweise steht bereits.

Schwarzenborn. Hauptmann Herbert Schmoll organisiert als Infrastrukturoffizier von militärischer Seite aus das Projekt. Sichtlich stolz ist er beim Ortstermin in der Kaserne, dass auf der Baustelle alles klappt wie am Schnürchen. Und in der Tat, innerhalb kürzester Zeit steht das erste Haus mit knapp 70 Unterkünften für Soldaten. Schnell wird deutlich, wichtigster Mann am Platze ist der Kranführer. Denn das Gebäude wird quasi wie ein Ikea-Schrank in Einzelteilen angeliefert und muss in einer Art Stecksystem zusammengesetzt werden. Fensterfronten, Treppenhäuser, Teeküchen, Putzräume, Unterkunftsräume, deren Nasszellen. Alles ist bereits fix und fertig vormontiert, alles hebt der Kran an seinen Platz – und das über drei Etagen. Knapp 14 Quadratmeter groß ist ein Unterkunftsraum, integriert ist jeweils eine drei Quadratmeter große Nasszelle. Rund 400 solcher Räume sollen in den sechs Gebäuden entstehen.

Stecksystem: So setzen sich die Unterkunftsgebäude in der Holz-Fertigbauweise zusammen.

Vorbildhaft für die gesamte Bundeswehr sei nicht nur die Holzmodulbauweise, sondern auch die Ausstattung der Räume, erklärt Schmoll. Für die Wohneinheiten ist eine eigene Möbelserie entwickelt worden, die nach Schwarzenborn bundesweit zum Einsatz kommen sollen. Bis ins Detail werden die Gebäude zusammen gesteckt. Auch die Außenfassade. Vorgehängt an die Raummodule wird eine Verkleidung als Fassade, die nach der Montage der Innenteile angebracht wird. Zum Schluss wird die Dachkonstruktion aufgesetzt. Fertig ist das Haus.

Insgesamt sollen hessenweit mehr als 1300 derartige Unterkünfte für Soldaten der Bundeswehr entstehen. So sollen solche Modulbauten an den Standorten Frankenberg, Fritzlar, Kassel, Pfungstadt und Stadtallendorf folgen. (Sylke Grede)

Alles wird neu 

Die Knüll-Kaserne wird quasi runderneuert. Geplant sind neben dem Neubau der sechs Unterkunftsgebäude, auch der Bau eines Funktionsgebäudes, eines Lagergebäudes, eine Waffenkammer, eine Fahrzeugwaschanlage und eine Tankstelle. Im Gebäudebestand werden zudem Räumlichkeiten für den Sanitätsversorgungszug entstehen. 66 Millionen Euro werden in den nächsten fünf Jahren investiert. (syg)

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