Krematorium: Keine Geschäfte mit Zahngold in Schwarzenborn

Schwarzenborn. Zahngold als Handelsware für Krematorien – das weist Manfred Brill weit von sich. Für Brill, der das Krematorium in Schwarzenborn betreibt, steht fest: Der Erlös soll sozialen Zwecken dienen.

Mit kriminellen Geschäften im Umgang mit Edelmetallen waren kürzlich Krematorien in Hamburg in Verruf geraten: Mitarbeitern wird vorgeworfen, Zahngold und Schmuck aus der Asche der Toten entwendet zu haben. Hier steht der Vorwurf des bandenmäßigen Diebstahls im Raum.

Grundsätzlich sei der Anteil an in der Asche verbleibenden Edelmetallen sehr gering: „Bei Temperaturen von bis zu 1200 Grad schmelzen die meisten Metalllegierungen, sagt Brill. Im Schwarzenborner Krematorium werden Fremdkörper, wie beispielsweise auch künstliche Hüftgelenke, aussortiert. Solche Metalle gibt das Krematorium kostenlos an Entsorgungsunternehmen wie Altmetallhändler weiter.

Über den Wert von den Edelmetallrückständen in der Asche kann der Krematoriumsbetreiber aus Berkatal keine Angaben machen. Gespendet werden soll, wenn circa 2000 Euro zusammen gekommen sind, und das sei bei 3000 Bestattungen seit Inbetriebnahme der Anlage im März vergangenen Jahres noch nicht der Fall.

Ähnlich verfährt man auch im Kasseler Krematorium, das in Trägerschaft der evangelischen Kirche betrieben wird: Hier kommt der Erlös aus dem Verkauf des Zahngolds der Sanierung historischer Grabdenkmäler auf dem Friedhof zugute, erklärt Geschäftsführer Jürgen Rehs auf Anfrage der HNA.

Rechtlich gesehen gebe es allerdings keine eindeutige Definierung über die Verwertung von Edelmetallen nach der Einäscherung. Das bestätigt auch Krematoriumsbetreiber Brill: Die rechtliche Grauzone sei das eine – über allem stünde aber, die Pietät für die Kunden sicherzustellen.

Von Sylke Grede

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