Transport in der Luft

Hubschrauber-Übung bei Bundeswehr: NH90 transportiert Soldaten

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Mitten in der Übung: Das Schwarzenbörner Jägerbataillon hat im Vogelsberg mit dem Transporthubschrauber NH90 trainiert. 

Schwarzenborn. Das Schwarzenbörner Jägerbataillon hat im Vogelsberg mit dem Transporthubschrauber NH90 geübt. HNA-Redakteurin Sylke Grede ist mitgeflogen. 

Aktualisiert um 10.50 Uhr - Der Wind der Rotorblätter fegt über die nasse Wiese, der ohrenbetäubende Lärm des Transporthubschraubers NH90 macht Gespräche unmöglich: Das Schwarzenbörner Jägerbataillon übte mit der 3. Kompanie und Soldaten der 5. Kompanie im nördlichen Vogelsbergkreis den Transport seiner Soldaten in der Luft. Dazu wurden sie vom Transporthubschrauberregiment 30 aus Niederstetten und dem Hubschraubergeschwader 64 aus Laupheim (bd. Baden Württemberg) unterstützt.

Falls der Ernstfall eintritt: Jägerbataillon übt im Vogelsberg mit Transporthubschrauber NH90.

Die vom anhaltenden Regen durchweichte Wiese erfordert von den Piloten und den beiden Bordtechnikern des NH90 ein äußerst vorsichtiges Justieren bei der Landung. Ein Feldweg bietet dem schweren Gerät schließlich ausreichend Standfestigkeit, die Rotorblätter drehen langsamer, dann gar nicht mehr.

Bordmechaniker gibt Einweisung für NH90

Die ersten neun Soldaten samt ziviler Redakteurin dürfen mitfliegen. Zuvor gibt der Bordmechaniker noch eine Einweisung. Ermutigend vor einem Flug bei starkem Regen und böigem Wind: Die Belehrung ist komplett auf den Notfall ausgelegt. Der Soldat zeigt, wie Fenster und Türen bei einem Unglück zu öffnen sind. Er gibt Tipps: Zum Beispiel darf man sich aus den beiden Seitentüren nur zwischen "9 und 15 Uhr" vom Hubschrauber entfernen, wenn sich die Rotorblätter noch drehen. Am Ende jeder Instruktion donnert ein lautes "Noch Fragen?" dem kleinen flugwilligen Trupp entgegen. Keine Fragen.

Dann geht es weiter. In den Hubschrauber. Anweisung an die Presse: "Keine Fotos vom Bordpersonal und dem Cockpit".

Für manche eine Premiere: Für Hauptgefreiten Anna Long (rechts) war es der erste Hubschrauberflug, für ihre Kollegin Eva Lammer (links) der zweite.

Jeder nimmt seinen Platz ein. Nun wird das Anlegen und wieder Lösen der Hosenträgergurte trainiert. Die Beine sollen, genauso wie Gepäck, nicht unter den Sitz geraten, sondern möglichst im rechten Winkel positioniert werden.

Alles scheint startklar, aber halt, es fehlt noch die Genehmigung für den Mitflug des zivilen Fluggastes. Warten. Langsam wird es kühl. Der Wind und die Feuchtigkeit drücken sich durch die offenstehenden Schiebetüren des Hubschraubers.

Nach 15 Minuten gibt es ein Okay für den Mitflug. Der Hubschrauber könnte abheben – tut es aber nicht. Geschäftig turnen die beiden Bordmechaniker durch den Hubschrauber. Sie haben inzwischen ihre Hightech-Helme auf, die Passagiere tragen Gehörschutz. Der Hubschrauber will nicht. Systemausfall. Wie ein Computer muss er runtergefahren und neu gestartet werden.

Vogelperspektive aus dem Hubschrauber NH90 der Bundeswehr.

Die Maschine fängt an zu beben, die Rotorblätter drehen sich. Bei offenen Türen geht es in die Höhe. Eine Böe schüttelt das Fluggerät kurz, das kleine Fenster gibt den Blick über Dörfer, Wald und Wiesen preis. Der Pilot beweist die Wendigkeit des NH90: Beim seitlichen Kurvenflug werden die Passagiere in ihre Stoffsitze gepresst. Dann setzt er auch schon zur Landung an. Unter drehenden Rotorblättern geht es aus dem Hubschrauber. Die nächsten Soldaten sind bereits startklar.

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