Schwarzenbörner am Hindukusch 

Einsatz im Zeichen des Virus

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Alltag im Camp Marmal: Auch im größten Feldlager der Bundeswehr außerhalb Deutschlands gilt das Abstandsgebot.

Ein Viertel der Truppe aus der Schwarzenbörner Knüll-Kaserne ist seit Anfang des Jahres am Hindukusch im Einsatz. 

Noch bis zum Sommer sollen die Soldaten des Jägerbataillons die Ausbilder schützen, die die Afghanen beraten und ausbilden. Die Schwarzenbörner sind Teil eines internationalen Schutzbataillons, das der Kommandeur des Jägerbataillons, Oberstleutnant Wolfgang Schröder führt. Über das Einsatzführungskommando in Potsdam standen wir mit den Soldaten im Norden Afghanistans in Verbindung. Folgende Informationen wurden geliefert.

Wie bestimmt das Coronavirus den Einsatz?

Wie auch in Deutschland ist der Umgang mit Covid-19 im Einsatz ein wichtiges Thema, das die Soldaten tagtäglich beschäftigt. Die persönlichen Schutzmaßnahmen sind mit denen in Deutschland vergleichbar. Jedoch zwingt die räumliche Enge der Feldlager zu besonderer Vorsicht, da ein Ausbruch beziehungsweise eine Verbreitung schwieriger einzudämmen sind.

Unterdessen müssen die Soldaten ihre Einsatzaufträge im Einsatzland, wo die Sicherheitslage unverändert äußerst angespannt ist, weiterhin erfüllen.

Haben sich Vorgehensweisen in der aktuellen Lage verändert?

Um das Risiko einer möglichen Ansteckung für die eigenen Soldaten zu verringern, findet die Ausbildung und Beratung der afghanischen Partner derzeit im Schwerpunkt über Videotelefonie und Telefon statt. Außerdem gilt für die Soldaten des Schutzbataillons (Force Protection Bataillon, FPBtl) unter Berücksichtigung der persönlichen Schutzmaßnahmen unverändert die Sicherheit in und außerhalb der Liegenschaften zu gewährleisten.

Gibt es an Corona Erkrankte unter den Soldaten ?

Im Feldlager der Schwarzenbörner gibt es derzeit keinen Soldaten, der an Covid-19 erkrankt ist. Sollte jedoch ein Soldat erkranken, erhält er durch das medizinische Fachpersonal und die medizinische Einrichtung im Camp Marmal die bestmögliche medizinische Versorgung unmittelbar vor Ort. Die Standards sind mit einem deutschen Krankenhaus vergleichbar. Soldaten würden allerdings schnellstmöglich zur weiteren Behandlung nach Deutschland ausgeflogen zu werden.

Wie können die Soldaten unter den gegebenen Umständen ihre Arbeiten verrichten?

Die Soldaten können ihre Arbeit weiterhin verrichten. Dabei muss berücksichtigt werden, dass der Schutz vor dem Coronavirus natürlich mit in die Planung der täglichen Arbeit einfließt. Im Kern zielen die getroffenen Maßnahmen auf die Verhinderung der Verbreitung eines auch ggf. zunächst unerkannten Covid-19-Falls. Verdachtsfälle würden sofort isoliert und unter Quarantäne gestellt. Dies gilt ebenso für Kontaktpersonen. Auch vor dem Flug in das Einsatzgebiet ist eine zweiwöchige Quarantäne verpflichtend. Klar ist jedoch auch, dass trotz etwaiger Auflagen, Veränderungen und individueller Schutzmaßnahmen aufgrund von Covid-19 die Erfüllung des militärischen Auftrags entscheidend ist. „Unser Auftrag steht weiterhin im Vordergrund, trotzdem ist es eine Herausforderung, diesen unter Covid-19- Bedingungen auszuführen“, sagt der Oberstleutnant.

Einsatzvorbereitend haben die Schwarzenbörner intensiv mit einem georgischen Verband geübt. Wie ist die Verbindung zu den georgischen Soldaten?

Nach einer kurzen Pause über Weihnachten arbeiten die deutschen Soldaten des multinationalen FPBtl und die Soldaten der georgischen Kompanie wieder zusammen. Die gemeinsame Ausbildung und das harte gemeinsame Training zahlen sich jetzt aus. „Wir sind aufeinander eingestellt und wissen genau, was der andere kann und wie er in gewissen Situationen reagiert. Die Zusammenarbeit mit den georgischen Kameraden wie auch mit allen anderen Nationen des multinationalen Bataillons ist sehr gut.“ Nach knapp drei Monaten kennt man einander und es haben sich viele Freundschaften gebildet. „Es fühlt sich an, als ob unsere georgischen Kameraden schon immer zu unserem Bataillon gehört hätten“, so der Kommandeur weiter. „Die Zusammenarbeit ist unverändert von einer hohen Motivation und Professionalität geprägt. Mit 16 Nationen zusammen in einem multinationalen Bataillon zu dienen, ist für jeden Schwarzenborner eine großartige Erfahrung“, resümiert der Oberstleutnant. Foto: Matthias Haaß

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