Piks ist für Soldaten Pflicht

Bundeswehr: Nur wenige Erstimpfungen in den Kasernen des Landkreises

Eingang der Knüllkaserne in Schwarzenborn mit den Kasernennamen
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Für Soldaten ist sie jetzt verpflichtend: eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus. Unser Bild zeigt den Eigang zur Knüllkaserne.

Seit vergangener Woche müssen sich auch die Bundeswehrsoldaten im Landkreis gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Immunisierung gegen Covid-19 wird in das sogenannte Basis-Impfschema aufgenommen.

Schwarzenborn/Fritzlar. Die erste Berufsgruppe muss sich jetzt in Deutschland verpflichtend gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Verteidigungsministerium hat in der vergangenen Woche eine Weisung erlassen: Es gibt eine Corona-Impfpflicht für Soldaten der Bundeswehr. Das heißt: Die Immunisierung gegen Covid-19 wird in das sogenannte Basis-Impfschema aufgenommen.

Jägerbataillon in Schwarzenborn

Die ganz überwiegende Zahl, mehr als 1000 Angehörige des Jägerbataillons in Schwarzenborn, ist geimpft. Etwa 40 Soldaten hatten bisher vom Impfangebot noch keinen Gebrauch gemacht, erklärt der Kommandeur, Oberstleutnant Sven Kästner. Mit Aufnahme der Covid-19-Impfung in das Basisimpfschema gebe es nunmehr eine Verpflichtung, sodass die bisher Ungeimpften in dieser Woche alle ihre erste Impfung erhalten werden. Im Sprachgebrauch der Bundeswehr nennt man dies „Duldungspflicht“. Damit hätte eine Weigerung, der angewiesenen Impfung nachzukommen, dienstrechtliche Konsequenzen, erklärt Kästner. Zunächst sei von einfachen Disziplinarmaßnahmen auszugehen, die neben der Maßnahme selbst immer mit einem negativen Vermerk in der Personalakte verbunden seien.

Geimpft wird in der Knüll-Kaserne im dortigen Sanitätsversorgungszentrum. Aktuell gibt es laut Kästner einen infizierten Soldaten im Jägerbataillon.

Kampfhubschrauberregiment in Fritzlar

Oberstleutnant Remo Templin-Dahlenburg vom Fritzlarer Kampfhubschrauberregiment findet klare Worte: „Bei uns gilt das Prinzip Befehl und Gehorsam.“ In der Kaserne würden die Impfungen bereits verabreicht. All diejenigen, die bislang noch keinen Schutz gegen Corona erhalten hatten, seien jetzt dran. „Die Termine sind bereits raus“, sagt Templin-Dahlenburg.

Glücklicherweise würde es sich im Fritzlarer Kampfhubschrauberregiment nur um einen ganz kleinen Teil an Soldaten handeln, die bislang noch nicht zweifach geimpft seien. „Das sind keine zehn Prozent.“ Im Regiment habe bislang die 3-G-Regel geherrscht, so wie es in anderen Betrieben auch der Fall sei.

Den Piks gebe es direkt in der Kaserne – und zwar nicht nur den für die erste Coronaschutzimpfung. „Bei uns werden die Soldaten auch nach und nach geboostert“, erklärt Oberstleutnant Templin-Dahlenburg.

Die Fritzlarer Feldjäger wollten sich auf HNA-Anfrage nicht zu dem Thema äußern. Auch das Regiment mit Hauptsitz in Hilden (bei Düsseldorf) meldete sich nicht auf den Fragenkatalog der Redaktion. (Sylke Grede und Daria Neu)

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