Zehn freiwillige Übungen im Jahr

Reservisten in der Knüllkaserne: Nicht aktive Soldaten üben den Ernstfall

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Im Gefechtsstand: von links Oberstabsgefreiter Jörg Ströher, Oberstabsgefreiter Jürgen Remy, Obergefreiter Daniel Viereck bei der Übung in Schwarzenborn. 

Schwarzenborn. Die Knüllkaserne ist neuerdings die Adresse für zwei Jägerbataillone. Neben dem aktiven Jägerbataillon 1 übt dort derzeit das Jägerbataillon 921 – ein Reserveverband.

Wie die aktiven Kollegen des Jägerbataillons 1 gehören die Reservejäger zur Panzerbrigade 21 und sind mit vier Kompanien im Wesentlichen in der Schwarzenborner Knüllkaserne, aber auch in Rotenburg an der Wümme und Torgelow stationiert, sagt Bataillonskommandeur Oberstleutnant Jens Teichmann. Das Wappen unterscheide sich nur geringfügig, erklärt der 50-jährige Sportlehrer aus Homberg: das Grün der Jäger, das Eichenblatt für Jägerbataillon und die Schwerter, die die Zugehörigkeit zum Heer symbolisieren.

Außer einer eigenen Truppenfahne besitzt der nicht aktive Verband allerdings kein Material wie Fahrzeuge oder andere Geräte und ist dabei immer auf eine enge Zusammenarbeit mit der aktiven Truppe angewiesen.

Reservetruppe im Aufbau: Erst die Hälfte der Dienstposten besetzt

Das wird deutlich sichtbar, beim Ortstermin in Schwarzenborn. Während die 25 Teilnehmer der laufenden Übung noch den theoretischen Teil ihrer Fernmelderausbildung pauken, wird auf der Wiese vor dem Gebäude des Fernmeldezugs von den aktiven Kollegen bereits der Gefechtsstand des Jägerbataillons 1 für den praktischen Teil am nächsten Tag bereitgestellt.

Üben in Schwarzenborn: von links Oberstabsgefreiter Dominik Scharf, Obergefreiter Martin Harlander und Stabsgefreiter Alexander Stein.

Die Reservetruppe in Schwarzenborn sei noch im Aufbau begriffen, schildert Teichmann. 100 von 207 Dienstposten seien erst besetzt. Kein Problem ist es, Offiziere für diese Art des Reservediensts zu begeistern, schwieriger wird es in den Mannschaftsdienstgraden. Im Gegensatz zu den Reservistenkameradschaften sind die beorderten Soldaten kein Verein, erklärt Teichmann. „Wir sind Bundeswehr“, betont er. Seine Soldaten müssten ausgebildet werden, um im Ernstfall zu überleben: „Wir sind nicht aktiv, sind aber die Nächsten, die aktiv werden könnten“.

"Wir sind Elemente der staatlichen Sicherheitsvorsorge"

Soldat eines Ergänzungstruppenteils zu sein sei ähnlich wie der Dienst bei Feuerwehr oder THW – eine Art ernsthafte Freizeitgestaltung, stimmt der Oberstleutnant zu. „Wir sind die Elemente der staatlichen Sicherheitsvorsorge.“

Jährlich zehn Veranstaltungen wie Tages-, Wochen- und Wochenendübungen bieten sich den nichtaktiven Soldaten und das im Gegensatz zu den einstigen Wehrübungen bei kompletter Freiwilligkeit. Es ist nicht nur dies und die Kameradschaft, die Soldaten wie Daniel Viereck reizen. Dem 31-jährigen Industriemechaniker aus Alsfeld macht das Soldatsein nicht nur Spaß, „man bleibt auch militärisch auf dem aktuellen Stand“. Und auch wenn die Truppe beim Erscheinen ihres Kommandeurs automatisch stramm steht, ist der Umgangston etwas lockerer als bei den aktiven Kollegen.

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