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Geldautomat gesprengt: Hoher Schaden - Täter auf der Flucht

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Von: Matthias Haaß, Lea Beckmann

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Gesprengter Geldautomat.
Unbekannte Täter versuchten einen Geldautomaten in Schwarzenborn zu sprengen. © Lea Beckmann

Erneut versuchten bislang unbekannte Täter einen Geldautomaten zu sprengen. Diesmal traf es ein Selbstbedienungsterminal in Schwarzenborn (Schwalm-Eder-Kreis).

Schwarzenborn – Schon wieder wurde in der Region ein Geldautomat gesprengt. Diesmal traf es einen Automaten in Schwarzenborn. Wie die Polizei mitteilte, flüchteten die Täter ohne Beute.

Der gemeinsam von Kreissparkasse Schwalm-Eder und VR-Bank Hessenland betrieben Geldautomat stand in einen separat zugänglichen Raum des Medizinischen Versorgungszentrums im Eselsweg und wurde bei der Explosion völlig zerstört. Insgesamt schätzt die Polizei den entstandenen Schaden auf 70 000 Euro. Eine Zahl die auch Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Liebermann vorbehaltlich weiterer Untersuchungen der Bausubstanz gegenüber unserer Zeitung bestätigte.

Die Tat habe sich gegen 23.34 Uhr ereignet, sagte Polizeipressesprecher Markus Brettschneider. Durch den lauten Knall aufmerksam geworden, beobachteten Zeugen, wie mindestens zwei Personen in einem dunklen Wagen Richtung Grebenhagen flüchteten.

Eine sofort eingeleitete Fahndung seitens der Polizei blieb am Freitag bis Redaktionsschluss erfolglos. Über die Art der Sprengmittel könne man noch keine Angaben machen, so Brettschneider. Das LKA sowie die Kripo Homberg haben die Ermittlungen aufgenommen. Wie Bürgermeister Liebermann der HNA sagte, war auch die Feuerwehr im Einsatz, musste aber nicht löschen, sondern konnte sich auf Sicherungsarbeiten beschränken.

Ein erstes statisches Gutachten hat ergeben, dass die Gebäudesubstanz der im Objekt befindlichen Praxen nicht beschädigt ist, teilte die Kreissparkasse mit. Man plane, die Geschäftsstelle schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen, so die Verantwortlichen von KSK und VR-Bank übereinstimmend.

„Allerdings bitten wir bei dem erheblichen Schadensbild um Verständnis, dass es eine Zeit dauern wird, bis die Geschäftsstelle wieder hergestellt ist“, sagte Christoph Schwarz, Regionaldirektor der KSK im südlichen Knüll: „Wir haben zwar einen Überblick über die Schäden, aber noch keine Angebote oder gar Termine mit Handwerkern für den Wiederaufbau.“

Polizei sucht Zeugen

Bei Tätern, die Geldautomaten sprengen, handelt es sich oft um Profis. Ende vergangenes Jahr wurde ein Bankautomat in Guxhagen gesprengt, im Oktober 2018 in Ottrau. Wer vor einer Automaten-Geschäftsstelle etwas Verdächtiges sieht, soll sich umgehend an die Polizei wenden, so Polizeipressesprecher Markus Brettschneider. Im Fall Schwarzenborn bitte die Polizei um Hinweise. Zeugen, die etwas gesehen haben, können sich unter der Nummer 0 56 81/77 40 melden. 

Geldautomat in Schwarzenborn gesprengt

Schnell hat es sich in der ganzen kleinen Stadt verbreitet: Spät am Donnerstag haben bislang unbekannte Kriminelle versucht, durch Sprengen den örtlichen Geldautomaten auszuräumen. Der Vorfall ereignete sich um 23.34 Uhr in der gemeinsam von Kreissparkasse und VR-Bank Hessenland betriebenen Servicestation im Eselsweg.

Einwohner, die am frühen Vormittag zum Einkaufen in den anliegenden Supermarkt Nahkauf wollen, bleiben stehen, um sich selbst ein Bild zu machen. Der gesamte Serviceraum zeigt sich als Trümmerfeld, vom Automaten ist kaum noch etwas erkennbar. Der Blick fällt in ein dunkles Loch, aus dem zahlreiche Kabel baumeln. Die Wände beschädigt, Teile der Decke hängen herab. Der Boden ist übersät mit Schutt.

Da sind schon keine Polizeibeamten mehr vor Ort, doch draußen knattert das von ihnen gezogene Absperrband im Wind.

Die Schwarzenbörner zeigen sich unterdessen geschockt über die Tat und das sich bietende Bild. „Es ist wirklich eine Sauerei“, sagt Carsten Straßburger aus Schwarzenborn. Doch letztlich, so meint er, war es vielleicht nicht völlig ausgeschlossen, dass es auch hier passiert, habe es doch in den umliegenden Kommunen schon mehrere solcher Taten gegeben. „Wir liegen hier sehr abgelegen, daher war es auch bei uns wohl nur eine Frage der Zeit“, meint Straßburger.

Auch Christian Krüger aus Schwarzenborn ist empört. „Wir haben jetzt einfach keinen Geldautomaten mehr“, sagt Krüger und weiter: „Es ist eine sinnlose Sachbeschädigung.“

So sah es am Freitagmorgen nach der Geldautomatensprengung in Schwarzenborn aus.
Das Servicecenter gleicht einem Trümmerfeld: So sah es am Freitagmorgen nach der Geldautomatensprengung in Schwarzenborn aus. © Lea Beckmann

Bürgermeister Jürgen Liebermann ist am Freitagmorgen ebenfalls vor Ort. „Wir haben einen riesen Schreck bekommen heute Nacht und uns gefragt, was da los ist“, berichtet er. Direkte Anwohner hätten in der Nacht sogar beobachtet, wie die unbekannten Täter mit einem Fahrzeug flüchteten. Das dunkle Auto habe auf der gegenüberliegenden Straßenseite in einer Wegeinmündung gestanden.

Für Liebermann ist es noch kaum zu fassen, warum eine so kleine Stadt ein lohnendes Ziel sein soll. Zwar hörte man in den vergangenen Wochen und Monaten von Geldautomatensprengungen auch in Hessen, aber „wir hätten nicht damit gerechnet, dass es uns auch treffen könnte“, betonte er. So eine Tat könne man letztlich offenbar nicht verhindern. „Unser Geldautomat steht an einer Stelle, wo jede Menge Betrieb ist und ständig Publikumsverkehr herrscht und es ist alles gut ausgeleuchtet. Mehr können wir leider nicht tun“, meinte Liebermann.

Im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), das in dem Gebäude untergebracht ist, sei offenbar nichts weiter passiert. „Es sind zum Glück nur ein paar Bilder von der Wand gefallen – der Schock sitzt bei den Kollegen natürlich tief“, so der Bürgermeister. Der Betrieb konnte dort am Freitagmorgen aber weiterlaufen.

Man sei froh, dass es bei der Sprengung nicht zu Personenschäden gekommen sei, erklärte ein Sprecher der Kreissparkasse Schwalm-Eder auf Anfrage der HNA. Sowohl Kreissparkasse wie auch VR-Bank Hessenland wollen an der erst seit fünf Jahren bestehenden Automatengeschäftsstelle festhalten. Der gemeinsame Standort werde erhalten bleiben, unterstrich Helmut Euler, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Hessenland: „Die Technik liegt in den Händen der KSK, wir teilen uns die Betreiberschaft.“

Wie lange es dauert, bis alles wieder hergerichtet ist, war zunächst noch nicht zu erfahren, einen behelfsmäßigen Automaten wird es wohl nicht geben.

Um die Bargeldversorgung müssten sich die Schwarzenbörner aber keine Sorgen machen. Bargeld bekomme man auch beim Einkauf an der Kasse des Nahkaufs sowie bei den Geschäftsstellen der Kreissparkasse Schwalm-Eder in Neukirchen, Ottrau, Oberaula und Schrecksbach, informierte Christoph Schwarz, KSK-Regionaldirektor im südlichen Knüll. Das gilt natürlich auch für die Geschäftsstellen der VR-Bank Hessenland. (Lea Beckmann und Matthias Haaß)

Erstmeldung vom 04.02.2022 um 9.30 Uhr: In der vergangenen Nacht versuchten mindestens zwei unbekannte Täter einen Geldautomaten in einer Servicestation im Eselsweg in der Stadt Schwarzenborn (Knüll) aufzusprengen. Der Automat wurde nach Polizeiangaben erheblich beschädigt, die Täter gelangten jedoch nicht an das enthaltene Bargeld.

Wie die Polizei mitteilte, begaben sich die Täter zu dem Geschäftshaus, in dem zwei Banken ein gemeinsames Selbstbedienungsterminal und ein Geldautomat betreiben. Sie versuchten den Geldautomaten mit unbekannten Sprengmitteln aufzusprengen. Der Automat wurde durch die Sprengung erheblich beschädigt, die Täter gelangten jedoch nicht an das enthaltene Bargeld.

Geldautomatensprengung in Schwarzenborn (Schwalm-Eder-Kreis): Polizei sucht Zeugen

Die Täter flüchteten anschließend mit einem dunklen Pkw in Richtung Grebenhagen. Nach derzeitigen Schätzungen entstand ein Sachschaden in Höhe von 70.000 Euro. Das Landeskriminalamt sowie die Kriminalpolizei Homberg haben die Ermittlungen aufgenommen. Hinweise bitte an die Kriminalpolizei in Homberg unter Tel.: 05681/7740 (Matthias Haaß)

Wenige Tage zuvor sprengten Unbekannte einen Geldautomaten in Bebra bei Bad Hersfeld. Die Polizei verfolgte sie bis an die niederländische Grenze.

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