Dieselverschmutzung in ehemaligem Flüchtlingscamp: Es tröpfelte in den Boden

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Auf einem Bundeswehrgelände am Knüll wurden vor zwei Jahren bis zu 400 Flüchtlinge untergebracht: Beim Befüllen der Stromgeneratoren mit Kraftstoff kam es zu Kontaminationen.

Schwarzenborn. Eine Dieselkontamination rückt noch einmal das Schwarzenbörner Flüchtlingscamp auf dem Bundeswehrgelände nahe des Knüllköpfchens in den Blick.

Von Ende August bis Mitte Oktober 2015 waren dort bis zu 400 Flüchtlinge untergebracht gewesen. Behoben ist der Kraftstoffschaden noch nicht, auch das genaue Ausmaß ist nicht bekannt. Es soll zu keinem größeren Umweltschaden gekommen sein.

Wie kam es zu den Dieselverschmutzungen?

Wie auf HNA-Nachfrage das Regierungspräsidium (RP) in Kassel mitteilte, ist es vermutlich beim Befüllen der Stromgeneratoren des Camps über Trichter zur Bodenverschmutzung mit Kraftstoff gekommen. Das RP spricht von „Tropfverlusten“.

Wie groß ist das Ausmaß des Schadens?

Das Regierungspräsidium gibt an, dass 14 von 33 Bodensondierungen ein positives Ergebnis zeigten. Damit könnten Flächen von insgesamt 14 bis 28 Quadratmeter betroffen sein. Wie tief die Kontaminationen gehen, wird erst der Bodenabtrag ergeben.

Besteht Gefahr für die Umwelt, immerhin befindet sich die Efzequelle in unmittelbarer Nähe.

Auf einem Bundeswehrgelände am Knüll wurden vor zwei Jahren bis zu 400 Flüchtlinge untergebracht: Beim Befüllen der Stromgeneratoren mit Kraftstoff kam es zu Kontaminationen.

Die Einschätzung des RP: Das nächstgelegene Trinkwasserschutzgebiet befindet sich circa zwei Kilometer entfernt. In 40 Metern Entfernung vom nordöstlichsten Bohrpunkt befindet sich die Quelle der Efze. Aufgrund der Entfernung und der am nordöstlichsten Bohrpunkt gemessenen geringen Eintragsmenge ist eine Beeinflussung der Quelle nicht zu erwarten. "Eine Gefährdung des Grundwassers ist ebenfalls aufgrund der geringen Mobilität der Einträge sowie der hohen Schutzfunktion des dort vorliegenden Bodens nicht zu erwarten."

Wann fiel die Kontamination auf?

Bereits im November 2015. Zwei Monate lang zuvor hatte das Regierungspräsidium Kassel, damit das Land Hessen, das Gelände genutzt. Eigentümer der Fläche ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Nutzer die Bundeswehr. Bei der Rückgabe des Geländes vom RP an die Bundeswehr war Dieselgeruch bemerkt worden.

Was passierte nach diesem Übergabetermin vor knapp zwei Jahren?

Im Juni 2016 wurden die Bodenproben entnommen. Das Gutachten wurde Ende August 2016 beim Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen vorgelegt.

Wie ist der Stand jetzt, im September 2017?

Der Boden soll ausgetauscht werden. Laut RP werden die Ausschreibungen für die Arbeiten angestoßen.

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