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Ukraine-Krieg: Wie der Schützenpanzer Marder funktioniert

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Von: Sylke Grede

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Stabsfeldwebel Karsten Brockhaus, ehemaliger Kommandant auf dem Schützenpanzer Marder, erklärt anhand eines Modells das Waffensystem, das die Bundeswehr seit mehr als 50 Jahren nutzt.
Stabsfeldwebel Karsten Brockhaus, ehemaliger Kommandant auf dem Schützenpanzer Marder, erklärt anhand eines Modells das Waffensystem, das die Bundeswehr seit mehr als 50 Jahren nutzt. © Sylke Grede

Der Ukraine-Krieg hat auf den Schützenpanzer Marder aufmerksam gemacht. Er wird von Deutschland an die Ukraine geliefert. So funktioniert der Panzer.

Schwarzenborn - Stabsfeldwebel Karsten Brockhaus ist Leiter der Familienbetreuungsstelle des Jägerbataillons. Als diese Truppe noch unter der dem Namen Panzergrenadierbataillon 152 firmierte, war der Trutzhainer Kommandant einer Marder-Besatzung. Der Schützenpanzer Marder ist Teil der Waffenlieferungen von Deutschland an die Ukraine und Teil der Unterstützung des am 24. Februar im Krieg eskalierten Ukraine-Konflikts.

Der letzte Schützenpanzer Marder 1 A3 verließ das Bataillon und die Knüll-Kaserne Schwarzenborn am 27. Oktober 2005, einer kam vollkommen entkernt zurück und belegt jetzt als Ausstellungsstück vor einem der alten Unterkunftsgebäude die wechselhafte Geschichte der Einheit in der Knüll-Kaserne.

Schützenpanzer Marder: 33 Tonnen schwer und Platz für neun Insassen

Karsten Brockhaus (54) war 2007 im Kosovo im Einsatz mit dem Schützenpanzer. Auch in Afghanistan war er 2009 dabei, als Schwarzenbörner Marder zum Einsatz kamen. Dass eine Panzerbesatzung eine besondere ist, lässt seine Beschreibung erahnen. 33 Tonnen Gewicht bringt das doppelt gepanzerte Kettenfahrzeug auf die Waage.

Es ist kaum größer als ein mittleres Wohnmobil, neun Menschen müssen darin auf engstem Raum Platz finden: Fahrer, Kommandant und Richtschütze im vorderen Bereich und im hinteren Kampfraum – in der Größe eines Kofferraums – drängen sich Rücken an Rücken sechs weitere Besatzungsmitglieder mit unterschiedlicher Bewaffnung. Durch eine kleine Luke am Heck konnten sie das Fahrzeug verlassen – „absitzen“.

Am Heck des Schützenpanzer Mader befindet sich die Ausstiegsluke für die Besatzung des hinteren Kampfraumes.
Am Heck des Schützenpanzer Marder befindet sich die Ausstiegsluke für die Besatzung des hinteren Kampfraumes. © Sylke Grede

Der Schützenpanzer Marder lässt sich einfach fahren

Das Fahren dieses Mardertyps sei recht einfach gewesen, meint Brockhaus. Ausgestattet mit Lenkrad, Halbautomatikgetriebe und 600 PS konnte er 65 Stundenkilometer schnell fahren. Dieser Fahrzeugtyp gilt als wahrer Allrounder. Bis 1,3 Meter Tiefe kann er auch durchs Wasser fahren.

Ausgestattet ist das Modell in Schwarzenborn mit einer Bordkanone und einem Maschinengewehr gewesen, benutzt wurde panzerbrechende Munition und Sprengsplittermunition. Auch die Panzerabwehrwaffe Milan konnte aufgesetzt werden. Der Panzer hatte zudem eine eigene Luftfilteranlage für den Fall eines Angriffes mit atomaren, biologischen oder chemischen Waffen.

Seitliche Ladeflächen für Geräte, die im Innenraum des Schützenpanzers Mader nicht gebraucht wurden.
Seitliche Ladeflächen für Geräte, die im Innenraum des Schützenpanzers Mader nicht gebraucht wurden. © Sylke Grede

Hinter seitlichen Klappen verbergen sich schmale Ladeflächen. Beschriftungen machen klar, was dort ordentlich untergebracht wurde: Kettenspannschlüssel, Fremdstromkabel, Brechstange, Warndreieck, Spaten und Ähnliches.

Schützenpanzer Marder seit 1971 bei der Bundeswehr im Einsatz

Seit 1971 nutzt die Bundeswehr den Marder, erklärt Brockhaus. Auch das Modell 1A3 ist noch im Einsatz. Nachfolger ist seit 2015 der Schützenpanzer Puma. (Sylke Grede)

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