Über Nacht errichteten zahlreiche Helfer eine Zeltstadt für 500 Menschen

Warten auf die Flüchtlinge in Schwarzenborn

Schwarzenborn. Unter Hochdruck haben 120 Helfer von THW, Rotem Kreuz und Katastrophenschutz in der Nacht zu Samstag die Zeltstadt auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes in Schwarzenborn errichtet. Dort sollen in den nächsten Tagen 500 Flüchtlinge ankommen.

Wann die ersten Flüchtlinge eintreffen, ist derzeit noch unklar. „Sie werden wohl im Laufe des Wochenendes eintreffen“, sagte Regierungspräsident Walter Lübcke, der sich gemeinsam mit Landrat Winfried Becker, Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Kaufmann und Reinhard Otto vom Regierungspräsidium Kassel am Samstagvormittag einen Überblick über den Baufortschritt der Zeltstadt machte.

„Man kann sich kaum vorstellen, wie dies über Nacht alles errichtet wurde. Ein großes Lob an alle Helfer für diese logistische Meisterleistung“, lobte Landrat Becker.

Unter der Regie von Kreisbrandinspektor Torsten Hertel hatten die Einsatzkräfte am Freitagmorgen mit dem Aufbau der Zeltstadt begonnen. In zwei Schichten wurde die ganze Nacht durchgearbeitet. Paletten wurden ausgelegt, Zelte aufgebaut, Stromleitungen verlegt und Sanitäranlagen errichtet.

Die Zeltstadt sieht Regierungspräsident Lübcke nur als Übergangslösung. „Wir sind uns im Klaren, dass bald kältere Temperaturen das Übernachten in Zelten unmöglich macht. Deshalb sollen die Menschen auch so schnell wie möglich in feste Unterkünfte kommen“, kündigte Lübcke an. Vorgesehen sind leerstehende Gebäude im gesamten Schwalm-Eder-Kreis. Dies ginge allerdings nicht von heute auf morgen, so Lübcke, da zum Beispiel alte Kasernen erst saniert und bezugsfertig gemacht werden müssten.

Schwarzenborns Bürgermeister lobte vor allem die Hilfsbereitschaft der Leute im Ort. „Mein Handy steht seit gestern kaum noch still. Wir bekommen unzählige Anfragen von Schwarzenbornern, die sich gern in der Flüchtlingshilfe einbringen möchten, etwa mit Kinderbetreuung“, freute sich Kaufmann über die positive Resonanz aus der Stadt.

Das Gelände will die Bundeswehr nun auf unbestimmte Zeit an das Land Hessen verpachten. Aus Sicherheitsgründen ist das Zeltcamp umzäunt. Die Flüchtlinge, die dort leben werden, hätten aber jederzeit die Möglichkeit sich auf und auch außerhalb des Geländes frei zu bewegen.

Letzte Arbeiten am Zeltlager für Flüchtlinge in Schwarzenborn

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Rubriklistenbild: © Göbel

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