Marc Liebermann will Bürgermeister in Schwarzenborn werden

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Will Bürgermeister in Schwarzenborn werden: Marc Liebermann, hier mit seiner Frau Carolin, geht für die CDU ins Rennen.

Schwarzenborn. Am 29. Januar wählen die Schwarzenbörner einen neuen Bürgermeister. Sicher ist schon jetzt, es wird ein Liebermann: Die beiden Kandidaten tragen denselben Nachnamen.

Verwandt miteinander sind sie allerdings nicht.

Fast verlassen wirkt das tief eingeschneite, langgestreckte eingeschossige Haus unmittelbar neben der Schwarzenbörner Grundschule. Termin verwechselt? Uhrzeit falsch notiert? Nein, alles okay - und beim Eintritt in die Essdiele wird schnell klar, Marc Liebermann ist im Wahlkampfmodus. Flyer, Aufsteller und andere Werbeutensilien auf dem dunklen Esstisch belegen: Der 45-Jährige will Bürgermeister werden.

Mit seiner Heimatstadt fühle er sich tiefverwurzelt, erzählt der Schwarzenbörner, und dabei insbesondere mit dem Bundeswehrstandort, denn seit mehr als 50 Jahren betreibt die Familie Liebermann die Kantine der Knüllkaserne in Schwarzenborn. Auch wenn ihm die Nachfolge in die Wiege gelegt schien, zwischenzeitlich zog es den Schwarzenbörner in Richtung Frankfurt. „Wir haben das oberflächliche Leben in der Metropole kennengelernt“, erzählt Marc Liebermann.

In Frankfurt arbeitete er bei einer Bank und wohnte mit seiner Frau Carolin und den beiden Kindern in Wiesbaden. 2006 zog es die Familie wieder nach Schwarzenborn.

Gründe gab es einige, meint Liebermann. Nicht nur, dass der Vater ihn gebeten hatte, den elterlichen Betrieb zu übernehmen.

Es erschien den Liebermanns auch einfacher, den Alltag mit der behinderten Tochter in der Kleinstadt, mit Familie und Freunden an der Seite, zu gestalten. Der Sinnspruch „One smile fits all“ - ein Lächeln macht alles gut - auf einer kleinen Tafel an der Wand der Essdiele scheint zur Liebermannschen Lebensphilosophie zu passen.

Und so geht das Gespräch locker zum kommunalpolitischen Part über. „Ich will keine Gräben aufreißen“, betont er. Unbedingt aufbauen möchte er auf den Geist des fairen Miteinanders, den er unter anderem auch auf die Arbeit des Amtsvorgängers Jürgen Kaufmann (SPD) zurückführt. Das führt schnell zum Thema Medizinisches Versorgungszentrum, das sich derzeit im Bau befindet („Wir benötigen einen zweiten Arzt“) und den Umbau des Alten Pfarrhauses („Kulturwerkstatt für Familien, Senioren und Vereine“). Für die Grebenhagener könnte Liebermann sich eine Blockhaushütte zum Feiern bei schlechtem Wetter vorstellen.

Die vielen Flüchtlinge haben die Schwarzenbörner hingenommen, ist Liebermann überzeugt. Viele betätigen sich in diesem Zusammenhang ehrenamtlich. Das treffe auch auf die 60 Menschen aus Bulgarien und Rumänien zu, die im Stadtkern leben. „Da gibt es vielleicht das eine oder andere Problem.“ Dem versuche man aber mit Rundem Tisch, Sprachkursen und weiterem Engagement zu begegnen.

Für das Amt des Bürgermeisters fühlt er sich gerüstet. „Immerhin war ich 1997 der jüngste Stadtverordnetenvorsitzende in Hessen“, sagt er. 2016 wurde er in den Magistrat gewählt. Bis dahin war er zehn Jahre Vorsitzender der CDU-Fraktion: „Ich weiß, was Verantwortung bedeutet.“

TERMIN: HNA-Lesertreff zur Wahl am Dienstag, 17. Januar, 19.30 Uhr, Kulturhalle Schwarzenborn 

Zur Person

Marc Liebermann wurde 1971 in Ziegenhain geboren und wuchs in Schwarzenborn auf. Nach dem Realschulabschluss wurde er Großhandelskaufmann. Dem Grundwehrdienst schloss sich ein Studium zum Betriebswirt an. In diesem Beruf arbeitete er bei einer Bank in Frankfurt bis er wieder nach Schwarzenborn kam. Dort übernahm er die Kantine in der Knüllkaserne . Mit seiner Frau Carolin hat Liebermann zwei Kinder.

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