Kommentar zum Zeltlager im Knüll: Notbehelf nur für Tage

Schwarzenborn. Der tragische Todesfall im Erstaufnahmelager in Schwarzenborn hat ein schrilles Licht auf die Situation dort geworfen.Ein Kommentar von Anne Quehl.

Der tragische Todesfall im Lager hat ein schrilles Licht auf das Lager geworfen. Die Kälte sei es gewesen, die den Mitbewohner letztlich tötete, meinen nicht wenige. Sie fragen sich, wie lange es dauert, bis sie ein festes Dach über dem Kopf haben in einer Umgebung, in der sie sich wenigstens fußläufig mit dem Nötigsten versorgen können.

In der Tat wirkt die Wahl des Bundeswehrareals als Zeltlagerplatz immer unseliger. Sogar Schwangere und kleine Kinder hat man dorthin gebracht, wo das Klima deutlich rauer ist, als irgendwo sonst im Kreis. Ein Missgriff bei einer rabiaten Dolmetscherin, fehlende warme Kleidung, Uninformiertheit der Bewohner noch nach Tagen – das alles macht nicht den Eindruck einer zufriedenstellenden Unterbringung.

Bei aller dramatischen Zuspitzung der Situation im Land, die Lage der demoralisierten Menschen in diesem abschreckenden Lager gleicht der von Internierten. Für wenige Tage mag diese Notaufnahme in Katastrophenschutzmanier akzeptabel sein, nicht jedoch für Wochen oder gar in Herbst und Winter.

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