Zweckverband Knüllgebiet feiert 50. Geburtstag 

Ließen die Geschichte Revue passieren: von links Gerd-Jürgen Daubert, Moderatorin Sonja Kunze, Armin Heß (Vorsitzender des Vereins zur Regionalentwicklung), Geschäftsführerin Dr. Brigitte Buhse und Jürgen Kaufmann. Foto: Regina Ziegler-Dörhöfer

Naturpark Knüll – dieses schon in den vergangenen Jahrzehnten vom Zweckverband Knüllgebiet immer wieder einmal angedachte Ziel, soll nun erneut geprüft werden: Am Samstag feierte der Zweckverband Knüllgebiet sein 50-jähriges Bestehen und auch der Verein zur Regionalentwicklung im Knüllgebiet blickte auf 25 Jahre Vereinsgeschichte zurück.

Zur Feierstunde in der Kulturhalle Schwarzenborn waren neben den Vorständen und Geschäftsführern auch Wegbegleiter geladen.

Man nahm den Wandel der dünn besiedelten Region noch einmal in Augenschein. „Im Knüll leben nur 77 Personen pro Quadratkilometer“, sagte Dr. Nico Ritz, Vorsitzender des Zweckverbandes. Die Deutsche Wiedervereinigung hätte die Knüllregion vom hoch aufgerüsteten Randgebiet des Westens in die Mitte Europas gerückt. Viele Soldaten hätten die Region verlassen und mit der Gründung des Zweckverbandes 1969, dem sich vier Landkreise und 116 Kommunen angeschlossen hatten, wurde der Grundstein für einen agrarstrukturellen Umbau gelegt.

In einer Talkrunde erinnerte Gerd-Jürgen Daubert, Geschäftsführer des Zweckverbandes von 1980 bis 1995, an die Zeit des prägenden Landschaftswandels. Mit dem Abschluss der Flurbereinigungsverfahren hätte der Fortbestand des Zweckverbandes gar auf der Kippe gestanden, doch fand man in der Möglichkeit, über den Zweckverband europäische Fördermittel abzurufen, ein neues Aufgabengebiet. Fortan wurden viele Projekte angestoßen. Jürgen Kaufmann, Geschäftsführer des Zweckverbandes von 1995 bis 2001, stellte die Ansätze für eine sanfte Tourismusentwicklung und den Möglichkeiten der Logistikregion gegenüber. „Die Arbeitslosigkeit war im Knüllgebiet enorm. Heute fehlen uns die Fachkräfte und Betriebsnachfolger. Die Aufgaben wandeln sich“, so Kaufmann.

Dr. Brigitte Buhse, Geschäftsführerin des Zweckverbandes seit 2001, sieht die Aufgaben heute unter anderen in der Nutzung der energetischen Ressourcen des Knülls und in der Weiterentwicklung der touristischen Strukturen. Ein großes Augenmerk legt der Zweckverband auch in der aktiven Begleitung von Betriebsübergaben, worum sich ein eigens angestellter Coach kümmert.

Der Vorsitzende des Vereins zur Regionalentwicklung Armin Heß sieht auch in der Sanierung von leer stehenden Gebäuden ein Aufgabenfeld. Über den vor 25 Jahren gegründeten Verein seien Privatleute in die Projektarbeit des Zweckverbandes involviert worden.

Sowohl Ende der 1960er- wie auch Mitte der 1980er-Jahre sei schon einmal an die Ausweisung des Knüllgebietes als Naturpark gedacht worden. Konzepte lagen in den Schubladen, doch politisch war die Naturpark-Idee noch nicht gereift. Jetzt aber soll die Idee neu angegangen werden. Der Kreisbeigeordnete des Landkreises Hersfeld-Rotenburg Jürgen Schäfer übergab den jüngsten Förderbescheid für eine Machbarkeitsstudie. Die Studie kostet 24 800 Euro und wird mit 18 600 Euro bezuschusst.

Zum Abschluss blickte die Theatergruppe 3 hasen oben aus kultureller Sicht auf den Knüll und beleuchtete auf eigene Art die Tourismusentwicklung, beklagte aber auch fehlende Jugendprojekte. „Von Erwachsenen initiierte Jugendprojekte können nicht funktionieren. Man muss der Jugend mehr Vertrauen schenken“, so die Theaterleute.

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